Die nominierten und frisch gekrönten Oscar-Filme 2017 werfen ihren Glanz auch in diesem Jahr wieder auf eine Reihe an Drehorten, bei denen sich ein Besuch auch abseits der Kinoleinwand lohnt. Und während sich 2016 Alberta mit seiner gewaltigen Rolle in „The Revenant” nur knapp gegen Irland, Jordanien, Norwegen und Colorado durchsetzte, wird es auch in diesem Jahr wieder spannend. Kleiner Vorgeschmack: Ryan Gosling und Emma Stone tanzen und singen sich durch Los Angeles, Casey Affleck (ja, der Bruder von Ben Affleck) verschmilzt mit der Melancholie der Hafenstadt Manchester-by-the-Sea an der Ostküste der USA und die Rebellen um Felicity Jones kämpfen sich tapfer durch die Strandidylle der Malediven. Hier kommen die diesjährigen 5 Nominierten für den „Besten Drehort”:

 

Los Angeles - La La Land

Sebastian (Ryan Gosling) und Mia (Emma Stone) an Cathy’s Corner © Studiocanal

Mit 14 Nominierungen ging „La La Land” als eindeutig größter Favorit ins Oscar-Rennen. Das schafften bisher nur die Filme „Alles über Eva” (1951) und „Titanic” (1997). Und auch wenn der Oscar für den „Besten Film” erst bejubelt und dann aufgrund eines falschen Kuverts plötzlich an „Moonlight” weitergegeben werden musste, bleiben immer noch die Trophäen in sechs Kategorien übrig, darunter auch die Königsdisziplinen „Beste Regie” und „Beste Hauptdarstellerin”. Und mit nur wenig anderen Filmen lässt es sich besser nach Los Angeles träumen, denn in Damien Chazelles „La La Land” steht ausnahmsweise mal nicht die kriminelle Energie der Stadt im Fokus wie beispielsweise in „Drive” oder „Nightcrawler”, sondern deren berühmte Rolle als „Stadt der Träume”. Ob Mia (Emma Stone) und Sebastian (Ryan Gosling) hier ihre Träume gemeinsam verwirklichen können? Die Antwort gibt’s nur im Kino. Welche ikonischen Hotspots im Film zu sehen sind und wie diese wirklich aussehen, erfährst Du hier.

 

Massachusetts - Manchester by the Sea

Lee Chandler (Casey Affleck) und Patrick (Lucas Hedges) in "Manchester by the Sea" © Universal Pictures

Lee Chandler (Casey Affleck) und Patrick (Lucas Hedges) in „Manchester by the Sea” © Universal Pictures

Das Drama „Manchester by the Sea” durfte sich bei den diesjährigen Oscars Hoffnung auf die Ehrung in sechs wichtigen Kategorien machen. Geklappt hat es schließlich für das „Beste Originaldrehbuch” und Casey Affleck gewann als „Bester Hauptdarsteller”. Die Story: Der Tod seines Bruders führt Lee in seine Heimatstadt Manchester-by-the-Sea zurück, mit der er schöne Erinnerungen jedoch auch einen dramatischen Schicksalsschlag verbindet. Die Kulisse der Hafenstadt Manchester-by-the-Sea an der Küste des Massachusetts Bay unterstützt mit seinem winterlichen Gewand die berührende Melancholie des Filmes, die jeden Kinobesucher packt. Gedreht wurde sowohl in der Stadt selbst als auch in der Umgebung auf Cape Ann. Zur Drehortkarte bitte hier entlang.

 

Tasmanien - Lion

Hobart, Tasmanien

Die bewegende Biografie „Lion - Der lange Weg nach Hause” war ebenfalls sechsfach für den Goldjungen nominiert, konnte sich jedoch leider keinen Oscar holen. Mit einem Blick auf die Drehorte darf der Film hier jedoch nicht fehlen. Dreht sich das Drama doch gleich um zwei wichtige Schauplätze: Indien und Australien, das alte und das neue Zuhause von Saroo (Dev Patel, „Slumdog Millionaire”). Dank seiner Adoptiveltern Sue (Nicole Kidman) und John Brierley (David Wenham) kann Saroo das Waisenhaus in Kalkutta verlassen und bekommt ein liebevolles Zuhause in Tasmanien. Auf der grünen Insel wurde in und um die Hafenstadt Hobart gedreht, welche übrigens schon im Trash-Katastrophenfilm „Ice Twister 2 - Arctic Blast” zu sehen war.

 

Liverpool - Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

Cunard Building, Liverpool, England

Zugegeben, viele „echte” Drehorte gibt es im für das „Beste Kostümdesign” ausgezeichneten Zauber-Abenteuer „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind” nicht. New York sieht heute an kaum einer Ecke mehr aus wie in den 20ern. Alle Aufnahmen außerhalb der Leavesden Studios entstanden deshalb in der englischen Hafenstadt Liverpool, die aufgrund ihrer früheren Fährverbindung starken architektonischen Einfluss auf New York hatte. Als Filmkulissen dienten etwa das Cunard Building im historischen Hafenviertel und die prunkvolle St. George’s Hall. Übrigens: Die gleiche Kombination - Schauplatz New York, diesmal in den 40ern, und Drehort Liverpool - gibt es in einem weiteren für „Bestes Kostümdesign” nominierten Film: „Florence Foster Jenkins”. Wer also einmal eine Zeitreise nach New York machen möchte, sollte die Beatles-Stadt Liverpool auf dem Reiseradar haben.

 

Malediven - Rogue One

Rogue One: A Star Wars Story, Drehort: Malediven © 2016 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved

Bei den Oscars ging „Rogue One - A Star Wars Story” trotz zweier Nominierungen (Bester Ton und visuelle Effekte) leider leer aus. Aber vielleicht klappt es ja noch mit der Wahl zum „Besten Drehort”? Neben Jordanien, Island und England sind die Malediven als spannender Schauplatz in einer weit, weit entfernten Galaxie zu sehen. Die tropische Inselgruppe im Indischen Ozean erscheint dabei als Planet Scarif, auf dem Jyn Erso (Felicity Jones) und Cassian Andor (Diego Luna) sowie eine Gruppe von Rebellen alles daran setzen, an die Pläne des gefürchteten Todessterns zu gelangen. Gedreht wurde vor allem auf Baresdhu Island, einer unbewohnten Insel im Laamu Atoll. Während im Film schwer bewaffnete Stormtrooper durch die seichten Gewässer streifen, geht es hier in Wahrheit ganz friedlich zu.

 

And the winner is… (nach Auszählung der eingegangenen Kommentare und E-Mails):
Die Malediven in ihrer Rolle als Scarif in „Rogue One”!

 

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11 Responses

    • Andrea David

      Mandy, ich musste das auch erst recherchieren. Aber nach dem Film war mir klar, dass das nicht in England sein konnte. :-) 

      LG, Andrea

      Antworten

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