Tunesien Star Wars Drehorte Tatooine

Die Star Wars Drehorte in Tunesien

 

Wenn Luke Skywalker auf seinem Heimatplaneten Tatooine sehnsüchtig den Blick über die Wüste in Richtung der untergehenden Zwillingssonnen schweifen lässt, bedeutet das vor allem eins: Er hat Fernweh.

Diese Sehnsucht nach der Ferne, das Bedürfnis nach Aufbruch, das in dieser Filmszene so stark zum Ausdruck kam, konnte ich gerade in jungen Jahren selbst unheimlich gut nachvollziehen. Doch als eine, die mit den Filmen und Figuren rund um die Star Wars Saga aufgewachsen ist, hatte ich, anders als Luke, lange Fernweh nach eben diesem Ort, Tatooine!

Im Star-Wars-Film „Eine neue Hoffnung“ beschreibt Luke Skywalker dem Droiden C-3PO den Standort von Tatooine wie folgt: „Wenn das Universum ein helles Zentrum hat, bist du auf diesem Planeten am weitesten davon weg.“ Doch sollte ich einen Schauplatz als Zentrum von Star Wars ausmachen, wird es für mich und viele andere wohl immer Tatooine sein.

Zu meinem Glück befindet sich Tatooine, das heißt die Drehorte, die durch Star Wars gemeinsam zu eben diesem Wüstenplanenten wurden, nicht am äußeren Rand des Universums, also einer weit, weit entfernten Galaxis, sondern zum größten Teil in Tunesien. Alle von mir besuchten Locations der Sternensaga findet man übrigens mit allen Reisetipps und Koordinaten in meinem inoffiziellen Star Wars Reiseführer.

Hier kommen die wichtigsten Stationen meines galaktischen Roadtrips durch Tunesien:

 

Lukes Zuhause mitten in der Wüste

Die Wüstenlocation Lars Homestead, benannt nach Lukes Onkel Owen Lars, habe ich als mein persönliches Highlight auserkoren. Denn genau hier plagte den jungen Luke jenes Fernweh, das ich so gut mitfühlen konnte.

Auf einer staubigen Strecke bewegen wir uns direkt auf den kleinen Kuppelbau hinzu, der sekündlich größer wird. Es gibt kein Schild oder anderen Hinweis, der den Weg hierhin zeigt, sondern nur der Zielpunkt auf unserem Navi und die Reifenspuren der vorherigen Besucher. Weit und breit gibt es sonst nichts zu sehen, außer die schier endlose Weite der Salzebene Chott el Djerid mit ihrem flimmernden Horizont. Kein Wunder, dass Luke in seinem Leben auch mal was anderes sehen wollte.

 

Star Wars Tunesien Lars Homestead
Lars Homestead, Chott el Djerid, Tunesien © Andrea David

 

Dass dieser abgeschiedene Drehort nach Jahrzehnten überhaupt noch existiert, ist nicht selbstverständlich. Das ursprüngliche Lars-Homestead-Set wurde von der Filmcrew nach dem Dreh von „Eine neue Hoffnung“ 1976 zurückgelassen und erst im Jahr 2000 für die Dreharbeiten zu „Angriff der Klonkrieger“ wieder aufgebaut. Danach verfiel es langsam bis 2011 eine Gruppe engagierter Star-Wars-Fans mit der Initiative „Save the Lars Homestead“ Geld sammelte, um den kleinen Filmkulissenbau vollständig restaurieren zu können.

Auch wenn man sich hier in der Wirklichkeit mit einer Sonne zufriedengeben muss, lohnt sich ein Besuch natürlich besonders bei Sonnenuntergang, um wie Luke über die endlose Weite zu blicken und seiner Sehnsucht nachzuspüren. Hier verschwimmen sehr leicht die Grenzen zwischen Fiktion und Realität.

 

Tunesien Lars Homestead Star Wars Sunset
Lars Homestead in Tunesien © Andrea David
Lars Homestead in Tunesien © Star Wars Fans Nürnberg e.V.

 

Die Dünen, in denen C-3PO und R2-D2 in „Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung“ mit ihrer Rettungskapsel auf Tatooine landen und erst einmal orientierungslos durch die Wüste irren, befinden ganz in der Nähe von Lars Homestead.

Während die ersten „Star Wars“-Touristen diesen Drehort in den 90er-Jahren „La Grand Dune“ nannten, ist das Gebiet bei den einheimischen Beduinen und auf Karten besser als Gour Beni Mzab bekannt.

 

Zu Besuch in Mos Espa

Ein ebenfalls sehr gut erhaltenes Star Wars Filmset ist Mos Espa, welches sich nördlich von Nefta befindet. Es erscheint in der Wüste fast wie eine Fata Morgana.

Die Kulissenbauten wurden 1997 für „Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung“ als Raumhafen des Planeten Tatooine errichtet und Qui-Gon Jinn bezeichnet Mos Espa darin als „einen Zufluchtsort für jene, die nicht gefunden werden wollen“.

 

Tunesien Star Wars Mos Espa
Mos Espa Filmset, Tunesien © Andrea David
Tunesien Mos Espa
Mos Espa Filmset, Tunesien © Andrea David
Tunesien Mos Espa
Mos Espa Filmset, Tunesien © Andrea David

 

Die Bauten des Ensembles sind mit den einfachen Kuppeln und dem Tonnengewölbe der typischen Architektur von Djerba nachempfunden. Das Set ist für Besucher zugänglich und kostet keinen Eintritt.

Zwischen den aus „Star Wars“ bekannten sandfarbenen Bauten, wie beispielsweise Wattos Schrottladen, gibt es ein paar Verkaufsstände mit Souvenirs wie Schmucksteinen oder Sandrosen. Andere Händler bieten den Besuchern für ein paar Dinar einen heißen Tee, selbst gebackenes Brot, leckere Mtabga, auch als „berberische Pizza“ bekannt, oder einen Kamelritt an. Der Basar-Charakter bringt Leben in das Set, das immer mal wieder vom Sand befreit werden muss, damit es nicht ganz verschwindet.

Direkt neben dem Mos-Espa-Set befindet sich ein weiterer „Star Wars“-Drehort, der für den Kampf zwischen Darth Maul und Qui-Gon Jinn genutzt wurde. Man erkennt den surreal anmutenden Ort an den versteinerten Dünen, die auch im Film zu sehen sind.

 

Tunesien Star Wars Mos Espa
Yardangs bei Mos Espa, Tunesien © Andrea David
Tunesien Mos Espa Yardangs
Yardangs bei Mos Espa, Tunesien © Andrea David

 

Diese vom Wind geschaffenen, bizarren Sandformationen werden auch Yardangs genannt.

Sie wirken wie aus einer anderen Welt und könnten kaum passender für einen Schauplatz der Weltraumsaga sein.

 

Tunesien Ong Jemel Star Wars Drehorte
Ong, Jemel, Tunesien © Andrea David

 

Nicht weit davon befindet sich mit Ong Jemel, dem „Kamelkopf-Felsen“, ein weiterer sehenswerter Drehort, an dem die Ankunft von Darth Maul auf Tatooine zu sehen ist.

 

Auf den Spuren von Obi-Wan und Indy

Die Schlucht Sidi Bouhlel östlich von Tozeur ist aufgrund ihrer Auftritte in den „Star Wars“-Filmen als Jundland-Wüste auch als Star Wars Canyon bekannt.

Zu den bekanntesten hier gedrehten Szenen gehören das erste Aufeinandertreffen von Luke Sywalker und Obi-Wan Kenobi und die Entführung von R2-D2 durch die Jawas in „Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung“ sowie das Podrennen in „Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung“, bei dem Anakin Skywalker mit 900 km/h durch die Schlucht saust.

 

Tunesien Star Wars Sidi Bouhlel
Sidi Bouhlel, Tunesien © Andrea David
Tunesien Sidi Bouhlel Star Wars R2 D2
Sidi Bouhlel, Tunesien © Andrea David

 

Als Besucher des Sidi Bouhlel Canyon sollten man auf sandige Wege und teils fehlende Markierungen vorbereitet sein.

Die genaue Stelle in der Schlucht, an der Luke zum ersten Mal auf Obi-Wan trifft, erreicht man nach etwa einer Viertelstunde. Die Felsen im Hintergrund kann man dort immer noch sehr gut wiedererkennen.

 

Tunesien Star Wars Sidi Bouhlel
Sidi Bouhlel, Tunesien © Andrea David

 

Sidi Bouhlel ist übrigens auch in „Der englische Patient“ zu sehen, wenn Almásy die verletzte Katharine zur Höhle trägt, und im Indiana-Jones-Abenteuer „Jäger des verlorenen Schatzes“, als Indy Marion retten will.

Also ohnehin ein perfektes Ziel für Filmtouristen.

 

Ein Hotel für Star Wars Fans

Die Innenaufnahmen für Lukes Zuhause in „Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung“ entstanden in Matmata und damit fast vier Stunden vom Außenset Lars Homestead entfernt. George Lucas wählte für diesen Schauplatz mit einem sogenannten Troglodyten-Bau, einer Art Höhlenwohnung, die einheimische Berberarchitektur.

Das höhlenartige Gebäude, in dem damals nicht nur gedreht wurde, sondern auch die Filmcrew übernachtete, wird such heute noch als Sidi Idriss Hotel in Matmata geführt. Es gibt hier sehr leckeren Couscous zu essen und sogar eine Bar. Die Zimmer des Hotels sind zum großen Teil eher einfach eingerichtet. Es gibt inzwischen jedoch auch modernere Zimmer mit privatem Bad. Wer möchte, kann auch nur als Tagesbesucher herkommen.

 

Sidi Idriss Hotel, Matmata, Tunesien
Sidi Idriss Hotel, Matmata, Tunesien © Andrea David
Sidi Idriss Hotel, Matmata, Tunesien
Sidi Idriss Hotel, Matmata, Tunesien © Andrea David

 

Die Deckenmalerei im Essbereich, der im Film als Kulisse für den Speisesaal von Lars Homestead diente, entstand bereits 1968 und erinnert an das Jahr, in dem das Hotel Sidi Idriss eröffnet wurde.

Das filmbekannte Fresko mit echten Berber-Ornamenten war zeitweise von einer Kalkschicht bedeckt, wurde jedoch von Philip Vanni, selbst „Star Wars“-Fan, im Jahr 1995 restauriert und detailgetreu neu aufgemalt.

 

Tunesien Star Wars Sidi Idriss
Sidi Idriss Hotel, Matmata, Tunesien © Andrea David

 

Überall im Hotel entdeckt man kleine „Star Wars“-Referenzen wie beispielsweise nachgebaute Requisiten, Fotos der hier gedrehten Szenen sowie Poster und Wandbilder. Im Gespräch mit den Hotelangestellten erfährt man außerdem so manche Anekdote über die Dreharbeiten. Für den Dreh von „Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger“ kehrte das Filmteam im Jahr 2000 an diese Location zurück.

Bei einem Spaziergang durch die Stadt gibt es viele weitere der hier typischen Troglodyten-Bauten zu entdecken. In Matmata entstanden zudem Filmszenen für einen anderen Kultfilm aus den Siebzigern: die Bibelfilm-Satire „Das Leben des Brian“.

 

Camp Mars in der Sahara, Tunesien
Camp Mars in der Sahara, Tembaïne, Tunesien © Andrea David

 

Wer übrigens selbst einmal eine Nacht in der Wüste verbringen möchte, dem empfehle ich das Camp Mars in Tembaïne. Der Blick in den nächtlichen Sternenhimmel und der Sonnenaufgang über den Dünen sind absolut magisch!

 

Anakins Zuhause in Mos Espa

Die Fassade des Ksar Médenine wurde in „Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung“ zu Anakin Skywalkers Zuhause in den Sklavenquartieren. Dort befindet sich auch die enge Straße, in der sich Anakin von seiner Mutter verabschiedet.

Ein Ksar ist eine traditionelle Berbersiedlung mit vielen verbundenen kleinen Kammern, die beispielsweise zur Lagerung von Getreide dienen, heute jedoch teilweise auch als Shops oder Wohnungen genutzt werden.

 

Tunesien Ksar Medenine
Ksar Médenine, Tunesien © Andrea David
Ksar Médenine Star Wars Tunesien
Ksar Médenine, Tunesien © Andrea David

 

Gleich um die Ecke des Ksar Médenine befindet sich das Etnografische Museum von Médenine.

Dort kann man für ein paar Dinar eine Privatsammlung von Berberartefakten aus mehreren Jahrhunderten besichtigen und einiges über die Geschichte der Stadt lernen. Das Ksar selbst ist frei zugänglich.

 

Tunesien Star Wars Ksar Hadada
Ksar Hadada, Tunesien © Andrea David
Tunesien Ksar Hadada
Ksar Hadada, Tunesien © Andrea David

 

Ein weiterer Ksar, der für den Film genutzt wurde, befindet sich etwa eine Stunde weiter südlich von Médenine.

Im Ksar Hadada spricht Qui-Gon Jinn mit Anakins Mutter über seine besonderen Kräfte. Es wurde inzwischen in ein kleines, charmantes Hotel umgebaut.

Der Ort ist nur eine halbe Stunde von Tataouine entfernt, der Stadt, die dem Wüstenplaneten Tatooine seinen finalen Namen verlieh.

 

Weitere Star Wars Drehorte auf Djerba

Einige weitere Star Wars Drehorte in Tunesien befinden sich auf der Insel Djerba. Darunter die Amghar Moschee, die in der Originalversion von „Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung“ als Obi-Wan Kenobis Haus zu sehen ist. In Wahrheit befindet sich dieses nicht in den Bergen, sondern direkt an der Küste.

Der Ort wirkt recht unscheinbar und ist wenig touristisch. Als Moschee wird das Gebäude bereits seit 1975 nicht mehr genutzt und dient seither höchstens als Treffpunkt der Inselbewohner. Doch seit 2023 gehört die ursprünglich aus dem 10. Jahrhundert stammende Moschee neben weiteren historischen Denkmälern auf Djerba zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Um auf seine filmische Bedeutung hinzuweisen, hat der französische Künstler Invader auch hier eines seiner „Space Invader“ Mosaike angebracht, passenderweise natürlich eines von Obi-Wan Kenobi.

 

Tunesien Djerba Amghar Moschee
Amghar Moschee, Djerba, Tunesien © Andrea David

 

Ein ehemaliges Beduinen-Backhaus in Ajim wurde im Film von außen zur Cantina von Mos Eisley, wo Luke und Obi-Wan zum ersten Mal auf Han Solo und Chewbacca treffen.

Das Häuschen ist leider sehr verfallen, doch auch hier findet sich mit einem Stormtrooper-Mosaik auf der Fassade noch ein Hinweis zu seiner „Star Wars“-Vergangenheit.

 

Tunesien Djerba Mos Eisley Ajim
Mos Eisley, Ajim, Djerba, Tunesien © Andrea David

 

An der Küste von Djerba befindet sich mit der Sidi Jemour Moschee noch ein weiterer „Star Wars“-Drehort und gleichzeitig Denkmal des UNESCO-Weltkulturerbes.

In „Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung“ ist das Bauwerk als Außenkulisse der Tosche-Station in Anchorhead zu sehen. Ein Besuch lohnt sich vor allem bei Sonnenuntergang.

 

Tunesien Djerba Sidi Jemour Moschee
Sidi Jemour Moschee, Djerba, Tunesien © Andrea David

 

Wie ihr seht ist eine weit, weit entfernte Galaxis in Wirklichkeit gar nicht so weit entfernt!

Und die Wüstenlandschaft sowie die besondere Architektur der Drehorte in Tunesien katapultieren einen gedanklich sofort nach Tatooine.

 

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Übernachtungstipps in Tunesien:

Sidi Idriss Hotel in Matmata
Palm Beach Palace in Tozeur
Camp Mars in der Sahara

 

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Offenlegung: Meine Recherchereise zu den Star Wars Drehorten in Tunesien wurden vom Fremdenverkehrsamt Tunesien unterstützt.

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