Filmstart: 3. Januar 2019

Das Filmdrama „Colette“ erzählt die wahre Geschichte einer der wichtigsten französischen Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Sidonie-Gabrielle Colette, die erste Frau, die in Frankreich ein Staatsbegräbnis erhielt, wird gespielt von Keira Knightley („Stolz und Vorurteil“). Die Rolle des Pariser Autoren, der unter dem Pseudonym „Willy“ bekannt geworden ist, übernimmt Dominic West („The Affair“). Die Ehe der beiden Hauptcharaktere wird auf eine harte Probe gestellt, da Willy sich weigert, Colette offiziell als wahre Urheberin seiner Romane zu offenbaren.

COLETTE | TRAILER (deutsch) jetzt im Kino

 

Geboren und aufgewachsen ist Colette im kleinen Örtchen Saint-Sauveur-en-Puisaye in Burgund. Dort kann man heute das Geburtshaus besuchen, das seit 2011 unter Denkmalschutz steht. Weitere Einblicke in Colettes Leben und Schaffen gibt es in einem eigens der Schriftstellerin gewidmeten Museum im Schloss Saint-Sauveur. In den Sommermonaten bietet das Tourismusbüro sogar hin und wieder geführte Wanderungen auf den Spuren von Colette an. Für den Film bildete das Team um Regisseur Wash Westmoreland („Still Alice”) das ländliche Frankreich im englischen Northamptonshire und Oxfordshire nach. Zu den Drehorten gehörten Salcey Park in Northampton und die Cogges Manor Farm in Witney.

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Bei einer Reise nach Paris lernt Colette 1889 den Literaten Henry Gauthier-Villars kennen, der ihr Schreibtalent schnell erkennt. Nach ihrer Heirat 1893 ändert sich Colettes Leben dann schlagartig: Sie zieht aus dem ländlichen Burgund ins turbulente Paris, genauer ins Künstlerviertel Montmartre, und wird Teil der intellektuellen und kulturellen Elite. Willy, der sich schon einen gewissen Namen als Literat gemacht hatte, jedoch von einer Schreibblockade geplagt ist, überzeugt seine junge Frau für ihn als Ghostwriter zu arbeiten. Die von ihr verfassten Claudine-Bücher werden zu Bestsellern und verschaffen ihm Ruhm und Reichtum…

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In Paris selbst entstanden nur ein paar Außenaufnahmen, aus denen vielerlei moderne Details digital entfernt werden mussten. „Auch mit dem doppelten Budget hätten wir nicht alles in Paris drehen können“, erläutert Produktionsdesigner Michael Carlin. „Alle hatten erwartet, viel mehr vom ‚alten Paris‘ ausfindig machen zu können, aber das existiert schlicht nicht mehr. In gewisser Hinsicht ist es beinahe noch vorhanden. Wirft man einen Blick über den Fluss, so sieht man die Silhouette der Stadt. Aus nächster Nähe sieht das alles aber ganz anders aus.“

Für ihre Vision dieser Stadt in den 1890ern bis in die 1910er Jahre erwies sich schließlich Budapest als gute Wahl. Dort wurden Szenen sowohl vor Ort als auch in den Origo Studios gedreht, in denen Willy und Colettes Wohnung errichtet wurde. „Im späten 19. Jahrhundert hat Budapest Paris bewusst nachgeahmt“, erklärt Westmoreland.

„In den 1890ern wurde die Stadt nach dem Pariser Modell umstrukturiert – inklusive eigenem Champs Elysée, der Andrássy. Aufgrund Ungarns wirtschaftlicher Probleme wurden viele unserer Kulissen nie modernisiert oder renoviert, was für uns von entscheidendem Vorteil war. Daher hatten wir Zugriff auf zahlreiche aristokratische Immobilien, die wir für Innendrehs nutzen konnten. Selbst ein eigenes Moulin Rouge findet man in Budapest. Es ist eine Kopie des Pariser Moulin Rouge, nur halb so groß. Im Gegensatz zum Original war es jedoch nie renoviert worden, was für uns perfekt war.“

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Als Colette 1954 starb, wurde ihr ein pompöses Staatsbegräbnis zuteil. Ihr Grab befindet sich auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise, der Ruhestätte vieler Berühmtheiten Frankreichs.

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