Die Trilogie „HEIMAT” von Edgar Reitz lenkt den Zuschauer aus Sicht eines kleines Ortes und seiner Bewohner durch die deutsche Geschichte. Die erste Staffel spielt nach dem ersten Weltkrieg, die zweite beginnt um 1960 und die dritte startet mit dem Mauerfall. Die Trilogie besteht aus 31 Einzelfilmen mit einer Spieldauer von 54 Stunden. Den Reiz der Trilogie machen vor allem authentische Schauplätze und Charaktere aus. Die Geschichte spielt hauptsächlich im fiktiven Dorf Schabbach im Hunsrück.

Die Drehorte befinden sich in Woppenroth, Gehlweiler, Rohrbach, Simmern und Büchenbeuren. Für alle Teile der Heimat-Trilogie wurde in der Schmiede der Familie Henninger in Gehlweiler gedreht. Sehenswert ist auch das Günderode-Filmhaus oberhalb von Oberwesel. Das Haus in den Weinbergen diente als Dreh- und Angelpunkt im dritten Teil der HEIMAT-Trilogie. Dort befinden sich heute ein Filmhaus-Museum sowie ein Gastronomiebetrieb, der Hunsrücker Spezialitäten anbietet.

In der Filmabteilung des Hunsrück-Museums Simmern kann man regionaler Kino- und Filmgeschichte nachzuspüren. Zu entdecken sind Setfotos und Begleitpublikationen, Original-Requisiten, Filmplakate und Kostüme.

 

Die andere Heimat

2012 drehte Edgar Reitz unter dem Titel „Die andere Heimat - Chronik einer Sehnsucht” einen mit der Heimat-Trilogie verwandten Film. Er thematisiert die Auswanderung vieler Hunsrücker nach Brasilien Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Geschichte dreht sich wieder um die Familie Simon, diesmal aber im Jahr 1840. Das Dorf Gehlweiler wurde als Hauptdrehort mit aufwendigen Kulissen ins 19. Jahrhundert zurückversetzt. An den Häusern, vor denen gedreht wurde, stehen nun große Bildtafeln, die Filmszenen zeigen.

Eine echte Kirche sucht man in dem Ort vergebens, es handelte sich hierbei um eine reine Filmkulisse. Gedreht wurde jedoch nicht nur im Hunsrück, wie z.B. auch in Herrstein oder Schlierschied, sondern auch an der Mosel, in Bernkastel-Kues und dem Traben-Trarbacher Stadtteil Wolf.

Haus Simon © Gunter Voigt

Bei Hunsrück Touristik ist aktuell der Flyer „Wege durch die HEIMAT” erhältlich. Damit kann man sich selbst auf die Spuren sowohl der Film-Trilogie „Heimat” und als auch des Kinofilms „Die andere Heimat” begeben. Passend dazu gibt es auch zwei thematische Kurzurlaubs-Angebote.

Großformatige Fotos von Schauplätzen und Original-Filmrequisiten findet man übrigens auch im Café Heimat in Morbach. Es eröffnete im Oktober 2013 im ehemaligen Uhrmacherladen von Edgar Reitz´ Vater. Dort soll es auch Wechselausstellungen und Themenabende mit Filmen von Reitz geben.

Linktipp: Landkarte der Drehorte aus HEIMAT

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