Was Rosamunde Pilcher für Cornwall ist, ist Katie Fforde längst für Neuengland, denn die Handlung ihrer Bücher wurde für die ZDF-Filmreihe von England an die Ostküste der USA verlegt. Da die Autorin im Schnitt ein Buch pro Jahr schreibt, werden die Originalstoffe in Abstimmung mit ihr verfilmt. Das Hauptthema der Frauenfiguren der Katie-Fforde-Reihe dreht sich darum, einen existentiellen Konflikt zu lösen und sich nicht nur auf die Suche nach dem rettenden Märchenprinzen zu begeben. Sie müssen in Bewegung bleiben, neue Dinge lernen und häufig etwas tun, das sie sich selbst nie zugetraut hätten.

Autorin Katie Fforde und Produzentin Sabine Jaspers am Set von „Hexensommer” © Rick Friedmann / ZDF

Die Geschichten zeigen das urbane Leben in den Großstädten Boston und New York genauso wie ländliche Sehnsuchtsorte zwischen Leuchttürmen – oder den berühmten Indian Summer an der Küste Neuenglands. Spätestens seit dem Kinohit „Manchester by The Sea“ kennt wohl jeder Filmliebhaber die Küstenlinie nördlich von Boston, der Stadt, die für ihre liberale Lebensart und ihre Universitäten Harvard und das MIT weltbekannt ist.

Mit Katie Fforde: Bruderherz startet die neue Saison der Reihe. Der Film, der am 10. September um 20:15 Uhr im ZDF gezeigt wird, bildet den Auftakt für insgesamt fünf neue Filme. Zum Inhalt: Man wächst mit seinen Aufgaben – denkt sich Hochzeitsfotografin Lauren (Anja Knauer) in Boston, als sie ihren Bruder Anthony (Lucas Reiber) bei sich aufnehmen muss: Der Ordnungsfanatiker mit Asperger-Syndrom und seine liebenswerte, eher chaotische Schwester haben sehr unterschiedliche Vorstellungen vom Zusammenleben…

Am Set von „Bruderherz”, Gloucester, Massachusetts © Rick Friedmann / ZDF

Anja Knauer und Lucas Reiber drehten zum Indian Summer in Boston und an der Küste: „Common Park“ ist einer von zwei sehr schönen Parks in der Stadt. Anja Knauers Insider-Tipp: „Im Herbst zum Indian Summer kommen und raus fahren in die Wälder. Ich habe selten sowas Schönes gesehen.“ Lucas Reiber fügt hinzu: „Sobald wir drehfrei hatten, haben wir besonders die Weite und Landschaft genossen.“

Am Set von „Bruderherz”, Gloucester, Massachusetts © Rick Friedmann / ZDF

Zu den weiteren Drehorten der Reihe zählt das kleine Städtchen Salem, auch genannt „Witch City“. Das Städtchen ist ein Sammelort für Menschen, die sich für Esoterik interessieren, aber stets mit Augenzwinkern. Die Amerikaner lieben Halloween, ein wichtiger Feiertag. Sie lieben die Tradition, Menschen zu erschrecken und ihren Schabernack zu treiben. Anja Knauer: „Halloween in und um Salem ist sehr lustig. Gar nicht mal in erster Linie die Partys und Veranstaltungen, sondern der Brauch, sich ein Kostüm zusammenzustellen und dann bis zu einer Woche mit großer Selbstverständlichkeit seinen gesamten Alltag darin zu bestreiten.“

Am Set von „Hexensommer”, Ipswich, Massachusetts © Rick Friedmann / ZDF

Der Tourismus ist in diesem Ort auf nichts Anderes als Zauberei ausgerichtet. Im Film Katie Fforde: Hexensommer mischt die strafversetzte Pfarrerin Gwen Reynolds (Dennenesch Zoudé) mit Wahrsagerin Stella (Nina Franoszek) das verschlafene Nest Ipswich in der Nähe von Salem auf und kommt dem Geheimnis ihrer Mutter auf die Spur. Das „Witch Museum“ gibt es zwar in Wirklichkeit in Salem, aber die Produktion baute sich selbst eins in Ipswich / Marblehead nach.

Am Set von „Hexensommer”, Witch Museum, Marblehead, Massachusetts © Rick Friedmann / ZDF

Die Verfilmung Katie Fforde: Herzenssache entstand in Boston Downtown und in Rockport an der Küste von Massachusetts. Rockport und das benachbarte Gloucester leben von der Fischerei. Schon mehrfach wurden zur Reihe Szenen an der Atlantic Road gedreht. Wolfgang Petersen drehte hier 1999 den Katastrophenfilm „The Perfect Storm“. In der Bar „Crows Nest“ in Gloucester erzählt man noch heute davon. Petersen widmete den Film den 10.000 Fischern aus dem Ort, die seit dem 17. Jahrhundert auf hoher See umkamen.

Am Set von „Herzenssache”, Rockport, Massachusetts © Rick Friedmann / ZDF

Für die Katie-Fforde-Dreharbeiten wurde ein fiktiver Hummer-Imbiss nachgebaut. Die echte Kult-Hummerbude heißt „Lobster Pool“ in Rockport. Darsteller Max Hegewald sagt über den Ort: “Die Bucht, in der wir gedreht haben, war sehr schön. Es gibt dort Felsen im Wasser, die ich so in der Formation noch nie in Europa gesehen habe.“ Ralf Bauer machte vor dem Dreh um 6 Uhr morgens Yoga in der Bucht von Rockport.

Am Set von „Herzenssache”, Gloucester, Massachusetts © Rick Friedmann / ZDF

Katie Fforde: Eine Liebe in New York wurde an einem der bekanntesten Lighthouses in Massachusetts gedreht: Brant Point Lighthouse auf Nantucket, der zweitälteste Leuchtturm der Vereinigten Staaten. Location Scout Tim arbeitet auch für Hollywood-Produktionen und so kann es vorkommen, das in den selben Häusern gedreht wird, in denen vielleicht auch schon mal eine Julia Roberts gewesen ist, was bei dieser Produktion der Fall war.

Am Set von „Eine Liebe in New York”, Brant Point Lighthouse, Nantucket, Massachusetts © Simon Vogler / ZDF

Diana Amft und Steffen Groth drehten für Katie Fforde: Bellas Glück im Crocker Park in Marblehead. An diesem Ort hat übrigens Adam Sandler als Kind seine Ferien verbracht. Für Filmtouristen, die gerne Strandurlaub machen möchten, empfiehlt sich der Crane Beach - zu sehen in Katie Fforde: Du und ich. Auf dem Weg dorthin liegen wunderschöne Apfelplantagen.

Am Set von „Bellas Glück”, Gloucester, Massachusetts © Rick Friedmann / ZDF

Am Set von „Du und ich”, Russel’s Orchards, Ipswich, Massachusetts © Rick Friedmann / ZDF

Der aktuell abgedrehte Film Katie Fforde: Meine verrückte Familie wird im Dezember 2017 im ZDF ausgestrahlt. Für die Dreharbeiten im Sommer sind Wanda Perdelwitz und Michaela May nach Salem und Gloucester gereist. Worum geht es? Die liebe Verwandtschaft! Anwältin Stella Sheridan (Wanda Perdelwitz) hat plötzlich Besuch von ihrer Mutter (Michaela May), die nach 40 Jahren von Stellas Vater sitzen gelassen wurde.

Am Set von „Meine verrückte Familie”, Lobster Cove, Gloucester, Massachusetts © Rick Friedmann / ZDF

Regisseur Helmut Metzger schwärmt von den Schauplätzen: „Das besondere ist die Vielfältigkeit des Meeres an der Küste von Massachusetts. Allein schon durch den enormen Tidenhub gibt es dort besonders viele verschiedene Facetten, so dass man aus dem Schwärmen nicht herauskommt. Das Wasser als solches hat ein unglaublich tiefes Blau und durch Ebbe und Flut entstehen dort gänzlich verschiedene Landschaften. Aber der Reiz besteht auch darin, dass sich scharfkantige, zerklüftete Felsen mit den schönsten, unendlich weiten Sandstränden abwechseln, die zum Baden und Spazieren einladen. Kein Wunder, dass Rockport ein Magnet für Tourismus ist, ich persönlich habe aber ein Faible für Essex.

Am Set von „Mama allein zu Haus”, Rockport, Massachusetts © Rick Friedmann / ZDF

Den berühmten Indian Summer schaue ich mir am liebsten in Manchester-by-the-Sea an. Den Ahornbaum, aus dem das Ahornsirup gewonnen wird, gibt es ja in Deutschland nicht. Es sieht dort im Herbst aus, als wenn der ganze Baum brennt. Etwas weiter im Landesinneren – hinter den Marschlanden – gibt es dann viele wunderschöne Seen mit Naturschutzgebieten, dort kann man hervorragende Trekkingtouren machen. Für unser Team ist aber neben der wunderbaren Landschaft noch etwas anderes an der Gegend ein großer Vorteil: Ich habe selten so freundliche, zugewandte Menschen kennengelernt, wie um Boston herum. Sehr weltoffene Leute, die ein Drehteam immer willkommen heißen.“

 

Die nächsten Ausstrahlungstermine im ZDF:
Katie Fforde: Bruderherz - 10. September 2017, 20:15 Uhr
Katie Fforde: Meine verrückte Familie - 17. Dezember 2017
Katie Fforde: Mama allein zu Haus - 21. Januar 2018
Katie Fforde: Familie auf Bewährung - 11. März 2018
Katie Fforde: Ziemlich beste Freundinnen - 3. Juni 2018

Verwandter Artikel im Reiseblog: Boston für Filmfans

Eine Antwort

  1. Andrea David
    Karl

    Bekomme jedesmal Fernweh, wenn ich diese herrliche Landschaft und die Städtchen sehe. Erinnerung an junge Jahre an der Ostküste🇺🇸

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