Nach einer wahren Begebenheit erzählt der Film Carsten Fiebeler die unglaubliche Geschichte von Rolf Anschütz, der mitten in der DDR gegen alle Widerstände seinen Traum vom eigenen Japanrestaurant erfüllt. Das Restaurant Waffenschmied war 15 Jahre lang das einzigen japanischen Restaurants in der DDR.

In den Hauptrollen sind Uwe Steimle und Julia Richter zu sehen. Gedreht wurde 2011 in Suhl, Schmalkalden, Erfurt, Tabarz und Frankfurt am Main:

 

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Waffenschmied-Set in Schmalkalden © Anke Kunze

 

Das Restaurant Waffenschmied gibt es in seiner damaligen Form heute leider nicht mehr. Als Filmkulisse für den „Waffenschmied” diente das seit Jahren leer stehenden Gasthaus „Wilhelmsburg” am Schlossberg 1 in Schmalkalden.

Die Ortsbilder am Anfang und Ende des Films zeigen die Kleinstadt Ziegenrück in Thüringen. In Ohrdruf wurde in einem alten Krämerladen gedreht. In Erfurt diente die Alte Parteischule als Set für einige Innenaufnahmen.

 

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Waffenschmied-Set in Schmalkalden © Anke Kunze

 

Die Szenen in Japan konnten aufgrund der Nuklearkatastrophe von Fukushima im März 2011 nicht wie geplant in Tokio gedreht werden und entstanden deshalb hauptsächlich aus Archivmaterial am PC.

Auf der DVD des Filmes finden sich jede Menge Interviews und Hintergründe zu den Dreharbeiten sowie ein historischer Bericht über Rolf Anschütz und den echten „Waffenschmied” in Suhl.

 

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Marktplatz in Suhl

 

Am 14. Oktober 2012 wurde anlässlich der Premiere des Films in Thüringen durch den Suhler Oberbürgermeister und der Witwe von Rolf Anschütz am Haus des ehemaligen japanischen Restaurants in der Gothaer Straße 8 eine Gedenktafel angebracht.

Im Haus daneben in der Gothaer Straße 10 gibt es einen „neuen” Suhler Waffenschmied mit Schwerpunkt auf der Thüringer Küche. Hin und wieder werden auch japanische Abende organisiert.

 

Film ansehen: „Sushi in Suhl” streamen oder kaufen

Linktipp: Alte Parteischule in Erfurt

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4 Responses

  1. Andrea David
    Daniela

    Liebe Andrea,

    in letzter Zeit begegnet mir dieser Film immer wieder. Erst neulich erzählte mir eine alte Dame, die meine Begeisterung für Japan teilt, wie sie damals zu Zeiten der DDR mit ihrem Vater in den Waffenschmied kam und eine ganz neue Welt erlebte. „Kein gewöhnliches Restaurant, sondern eine Japan-Reise an einem Abend.”. meinte sie.

    Und heute lese ich das hier: jetzt will ich nicht nur den Film, sondern auch den Ort sehen, den du so schön beschreibst. Schade dass es den „Waffenschmied” nicht mehr gibt.

    Antworten
    • Andrea David
      Andrea David

      Hallo Daniela,

      ja, den Film kann ich als Japan-Fan wirklich sehr empfehlen. Eine unglaubliche Geschichte :-) 

      LG.
      Andrea

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    Solly

    Ich bin genau in dieser Gegend, Ilmenauer Straße, aufgewachsen und kenne die Familie Anschütz, auch durch meine Eltern. Die Geschichte ist mir gut bekannt und auch die Gaststätte- war ich als Kind selbst dort anfang 70iger mit meinen Eltern essen. Später war es mehr für “besondere “ Gäste aus Politik etc. ein gut besuchter Ort. Der Waffenschmied war für die Suhler genau so ein Wahrzeichen, wie das Centrum Warenhaus. Wenn ich heute mit 57 Jahren durch Suhl laufe, sehe ich die alte Stadt von Marktplatz vorbei am Waffenschmied, die Hohe Röder hoch bis hin zu meiner Wohngegend um die Ilmenauer Straße noch genau vor meinem geistigen Auge. Was für eine schöne Zeit es war. Heute lebe ich in Erfurt und fahre von Zeit zu Zeit in meine alte Heimat. Solly

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