Die Serie „Babylon Berlin“ erzählt die Geschichte des Kölner Kriminalbeamten Gereon Rath (Volker Bruch), welcher die „Goldenen Zwanziger“ in Berlin erlebt und dort sämtlichen Facetten des damaligen Sünden-Babels begegnet. Zusammen mit dem Polizeibeamten Bruno Wolter (Peter Kurth) und seiner Komplizin Charlotte Ritter (Liv Lisa Fries) ist er verschiedenen Fällen auf der Spur. Ein interessantes und spannendes Erlebnis zwischen Goldschmuggel, Sprengstoffanschlägen, sittenwidrigen Pornoproduktionen und dem ersten Zusammenrotten von NSDAP-Anhängern.

Szene aus „Babylon Berlin” © ARD Degeto/X-Filme/Beta Film/Sky Deutschland/Frédéric Batier

Mit der Verfilmung von Volker Kutschers Roman „Der nasse Fisch“ hat X-Film, in Verbindung mit der ARD und Sky, eine 40 Millionen Euro schwere Produktion gemeistert und damit die teuerste deutsche Serie aller Zeiten geschaffen. Unter der Leitung von Regisseur Tom Tykwer, sowie mit weiteren Schauspielgrößen wie Fritzi Haberlandt, Hannah Herzsprung, Matthias Brandt, Lars Eidinger und Benno Fürmann, bekommen wir einen spannenden Einblick in das Berlin der 20er Jahre.

Die Serie wurde, nach strengem Wunsch von Produzent Stefan Arndt, komplett in Deutschland gedreht und verzeichnet insgesamt über 300 verschiedene Drehorte. Hier einige Highlights unter den Schauplätzen:

Herzstück der Handlung ist die „Neue Berliner Straße“ auf dem Gelände des Studio Babelsberg in Potsdam. Als 2013 die alte „Berliner Straße“ (zu sehen unter anderem in „Sonnenallee“, „Inglourious Basterds“, „Der Pianist“) einem Wohngebiet weichen musste, stand bereits fest, dass man für „Babylon Berlin“ eine neue Kulisse errichten wird. Das Außenset umfasst nun vier komplette Straßenzüge aus verschiedenen Stadtteilen Berlins, sowie Hinterhöfe und eine Kaufhausfassade.

Neue Berliner Straße in den Babelsberg Studios © Arne Krasting

Szene aus „Babylon Berlin” © ARD Degeto/X-Filme/Beta Film/Sky Deutschland/Frédéric Batier

In der Serie befinden sich hier die Wohnungen von Gereon Rath, Bruno Wolter, Charlotte Ritter und Swetlana Sorokina, sowie die Apotheke, die Außenfassade des Nachtclubs „Moka Efti“ und die Kneipe „Zur treulosen Trompete“ Das Set ist nicht öffentlich zugänglich und kann bei einem Besuch leider nur vom Zaun aus besichtigt werden.

Das Innere des „Moka Efti“ ist in Realität das ehemalige „Delphi Stummfilmkino“ in Berlin, Prenzlauer Berg. Die Räumlichkeiten werden oft für Empfänge und Filmpremieren genutzt, in „Babylon Berlin“ waren sie jedoch zum ersten Mal Teil einer Filmproduktion.

Das Delphi als Drehort für das Moka Efti © ARD Degeto/X-Filme/Beta Film/Sky Deutschland/Frédéric Batier

Das Delphi als Drehort für das Moka Efti © ARD Degeto/X-Filme/Beta Film/Sky Deutschland/Frédéric Batier

Alle Aufnahmen zur fiktiven Travestie-Bar „Der Holländer“ entstanden im Nachtclub „Tausend“ in Berlin-Mitte. Die Flucht des russischen Spions durch den Berliner Morgennebel wurde an der Museumsinsel am Bode-Museum sowie auf der denkmalgeschützten Monbijoubrücke gedreht. Vergleich man die Aufnahmen aus der Serie mit den realen Begebenheiten, bemerkt man schnell, dass modernere Häuserfassaden digital durch historische Fassaden ersetzt wurden.

Das Rote Rathaus am Alexanderplatz © Matze Gebauer / ARD Degeto/X-Filme/Beta Film/Sky Deutschland/Frédéric Batier

Das Polizeipräsidium, welches in der Serie als „Rote Burg“ bezeichnet wird, ist in Wahrheit das Rote Rathaus am Alexanderplatz. Der als Haupteingang dargestellte Torbogen befindet sich in der Jüdenstraße. In den Gewölben und Innenhöfen des Roten Rathauses entstanden weitere Szenen. In der Serie fahren hier zum Arbeitsbeginn im Polizeipräsidium die Autos bzw. Limousinen vor.

Das Rote Rathaus am Alexanderplatz © Matze Gebauer

Die Innenaufnahmen des Präsidiums entstanden hingegen im Rathaus Schöneberg, dessen Lobby fast in jeder Folge zu sehen ist, wenn die Tagelöhner auf freie Arbeitsstellen hoffen.

Lobby im Rathaus Schöneberg © Arne Krasting

Der altmodische Zeitungskiosk, an dem sich Gereon und Charlotte in der Mittagspause treffen, wurde vom Art Department Babelsberg nur für die Dreharbeiten auf dem Alexanderplatz errichtet. Auch weitere Aufnahmen für „Babylon Berlin“ entstanden hier. So fuhren hier beispielsweise im Juni 2016 für etwa eine Woche alte Straßenbahnen und Hunderte Statisten war im Einsatz. In der fertigen Serie werden alle Gebäudefassaden so gezeigt, wie sie heute tatsächlich aussehen. Lediglich der Berliner Fernsehturm wurde digital entfernt. Die Aufnahme aus dem Vorspann wurde vom Dach des Elektromarktes „Saturn“ aus gefilmt.

Blick auf den Alexanderplatz © Matze Gebauer

Nur wenige Straßen davon entfernt befindet sich ein leerstehendes Gebäude der Deutschen Bank. Dessen Fassade, in der Mauerstraße 39, stellt in der Serie die russische Botschaft dar. Der gelb-geflieste Bahnhof, an dem sich Ermittler Rath mit seinem Spitzel trifft, ist der U-Bahnhof Hermannplatz in Berlin.

Drehort für die russische Botschaft © Matze Gebauer / ARD Degeto/X-Filme/Beta Film/Sky Deutschland/Frédéric Batier

Drehort für die russische Botschaft © Matze Gebauer

Die Szenen rund um den Staatsempfang des französischen Ministerpräsidenten Aristide Braind (Rolf Kanies) entstanden im großen Saal des Berliner Esemble, dessen Haus zu den ältesten original erhaltenen Theatern der Welt zählt. Die Privatvilla von Polizeichef Benda (Matthias Brandt) befindet sich in Berlin-Zehlendorf in der Pücklerstraße 24. Das Haus stand zur Zeit der Dreharbeiten leer, ist heute aber wieder bewohnt.

Drehort in Berlin-Zehlendorf © Matze Gebauer

Der rustikale Güterbahnhof Kreuzberg, an dem in der Serie die Tankwaggons mit dem Giftgas angeliefert werden, befindet sich nicht in Berlin, sondern in Köln. Hier wurde das Rheinländische Industriebahnmuseum im Stadtteil Longerich als Drehort genutzt. Um den benachbarten S-Bahnhof für das Szenenbild zu verdecken, parkte man alte Transportwagons auf dem Abstellgleis der Industriebrache. Wer den Bahnhof heute besucht, kann sich diese Wagons, sowie die alten Lokomotiven aus der Serie, auf den Gleisen vor dem Lokschuppen ansehen.

Industriebahnmuseum, Longerich © Matze Gebauer / ARD Degeto/X-Filme/Beta Film/Sky Deutschland/Frédéric Batier

Industriebahnmuseum, Longerich © Matze Gebauer

Die Aufnahmen rund um das Finale der zweiten Staffel entstanden auf der Bahnstrecke zwischen Zülpich und Vettweiß, sowie am 20 Kilometer entferntem Neffelsee, auch Füssenicher See genannt.

Drehort zwischen Zülpich und Vettweiß © Matze Gebauer / ARD Degeto/X-Filme/Beta Film/Sky Deutschland/Frédéric Batier

Das alte Stahlwerk am Berliner Stadtrand, durch welches Kommissar Stefan Jänicke (Anton von Lucke) nachts eine Abkürzung nimmt und Bruno Wolter gerne seine Gewehre testet, ist in Wahrheit der Landschaftspark Nord in Duisburg. Die gesamte Anlage ist öffentlich zugänglich. Ein Besuch lohnt sich besonders bei Nacht, weil das Industriedenkmal dann in diversen Farben angeleuchtet wird.

Drehort Landschaftspark Nord, Duisburg © Matze Gebauer / ARD Degeto/X-Filme/Beta Film/Sky Deutschland/Frédéric Batier

Drehort Landschaftspark Nord, Duisburg © Matze Gebauer / ARD Degeto/X-Filme/Beta Film/Sky Deutschland/Frédéric Batier

Die Rückblenden zu Gereon Raths Erlebnissen im ersten Weltkrieg entstanden auf der Halde Haniel in Bottrop. Das Jagdgut der Familie Nyssen, welches im Handlungsverlauf von der Schwarzen Reichswehr als Treffpunkt genutzt wird, ist in Realität das Schloss Drachenburg auf dem Drachenfels in Königswinter.

Drehort Schloss Drachenburg © Matze Gebauer

Um dieses zu besuchen muss man eine beachtliche Strecke den Berg hinaufwandern. Der Ausblick von dort oben ist allerdings die Mühe wert, denn bei klaren Sicht kann man von hier aus bis nach Köln sehen.

 

Ausstrahlung: „Babylon Berlin” feiert am Sonntag, 30. September 2018, um 20:15 Uhr Premiere im Free-TV. Nach dem Start mit drei Folgen zeigt Das Erste die weiteren Episoden der 16-teiligen Serie dann jeweils donnerstags um 20:15 Uhr. Am 22./23. September gibt es außerdem in über 150 Kinos die Möglichkeit, die vielfach ausgezeichnete 20er Jahre-Serie auf der großen Leinwand zu sehen.

DVD & Blu-ray: „Babylon Berlin” Collection Staffel 1 & 2

Buch: „Der nasse Fisch” (Die Gereon-Rath-Romane, Band 1), Volker Kutscher

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