Schindlers Liste

Der Oscar-prämierte Spielfilm von Steven Spielberg aus dem Jahr 1993 basiert auf dem gleichnamigen Roman von Thomas Keneally über den sudetendeutscher Industriellen Oskar Schindler (1908-1974), der im Zweiten Weltkrieg 1200 Juden aus den besetzten Ländern Polen und Tschechoslowakei in seinen Rüstungsbetrieben beschäftigte und damit vor dem Tod im Vernichtungslager Auschwitz rettete. Die berühmte Liste der Arbeiter wird heute beim Internationalen Suchdienst aufbewahrt.

Die Filmaufnahmen wurden zu einem großen Teil an den Originalschauplätzen im Krakau gedreht. Da vom Arbeitslager Plaszów, das am Hang des Krzemionki östlich der Altstadt lag, nichts mehr erhalten war, wurde eine Nachbildung von Plaszów – die einzige Kulisse, die für den Film gebaut wurde – in einem stillgelegten Steinbruch nahe dem tatsächlichen Standort erstellt: 34 Baracken, sieben Wachtürme und die ins Lager führende, mit Grabsteinen gepflasterte Straße. Amon Goeths Villa wurde oberhalb des Lagers nachgebaut, das Originalgebäude befindet sich in der ul. Wiktora Heltmana (Hausnummer 22).

Viele authentische Schauplätze wurden verwendet, darunter Schindlers elegantes Apartment in der Straszewskiego Straße 7, nördlich des Bezirks Kazimierz und des Wawelhügels. Der Ghettobezirk wurde für den Film in die Szeroka Straße im ehemaligen jüdischen Viertel von Kazimierz verlegt. In der Nähe befindet sich die Ciemna Straße, wo Poldek Pfefferberg nach einem Zusammentreffen mit Amon Goeth nur knapp dem Tod entkommt, indem er erklärt, er habe den Befehl dafür zu sorgen, dass die Straßen menschenleer sind. Die Deportation aus dem Ghetto wurde auf dem Hof der Jozefa Straße 12 gefilmt. Die Brücke über die Weichsel, über die die Juden getrieben werden, befindet sich am Ende der Krakowska Straße.

Schindlers Fabrik, Krakau, Polen

Schindlers Fabrik, Krakau, Polen

Schindlers Fabrik ist echt und steht nahezu unverändert in der Lipowa Straße 4. Vor einigen Jahren wurden dort noch elektrische Bauteile hergestellt, heute befindet sich in dem Gebäude ein Museum, das neben dem Leben Oskar Schindlers auch über die deutsche Besatzungszeit in Krakau informiert. Die Innenaufnahmen stammen aus einer Lackfabrik in Olkusz in der Provinz Malopolska. Die Kirche, in der sich die Juden treffen, ist die Marienkirche, der Bahnhof ist Krakow Glowny. Die Brinnlitz-Szenen nahm man in Niepolomice, rund 40 Kilometer östlich von Krakau auf.

Die polnische Regierung hatte ursprünglich die Genehmigung erteilt, auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz zu drehen. Als dies bekannt wurde, gab es jedoch erhebliche Proteste von jüdischen Verbänden, die das verhinderten. Schließlich wurde nur vor dem Lager Birkenau in der polnischen Stadt Oswiecim gedreht. Weitere Dreharbeiten fanden in Skarżysko-Kamienna statt.

Der Film endet im heutigen Israel am Grab von Oskar Schindler, das sowohl die Hauptdarsteller des Films sowie die Zeitzeugen der Geschichte passieren.

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