Filmstart: 12. Februar 2026
Kaum ein literarischer Stoff wurde so häufig verfilmt wie Emily Brontës Roman „Wuthering Heights“ (Sturmhöhe) aus dem Jahr 1847. Die neueste Adaption der Regisseurin Emerald Fennell („Saltburn“), die auch das Drehbuch verfasste, ist eine mutige und originelle Eigeninterpretation.
Die Hauptrollen übernehmen darin Margot Robbie („Barbie“) als Cathy und Jacob Elordi als Heathcliff. Diese beiden Figuren stehen im Mittelpunkt einer epischen Geschichte ihrer verbotenen Liebe, die sich von romantischer Sehnsucht zu einem berauschenden Strudel aus Lust, Leidenschaft und Wahnsinn steigert.

Die raue, stürmische Natur der Moorlandschaft von Yorkshire, die Autorin Emily Brontë so gut vertraut war, spiegelt sowohl im Buch als auch im aktuellen Film „Wuthering Heights“ die leidenschaftliche und zerstörerische Handlung wider und nimmt darin selbst eine Hauptrolle ein.
Zentrale Handlungsorte der Geschichte sind das abgelegene Anwesen Wuthering Heights sowie das Herrenhaus Thrushcross Grange, die beide zur fiktiven Siedlung Gimmerton gehören, jedoch kaum gegensätzlicher sein könnten.
Die Drehorte in „Wuthering Heights“
Der Großteil der Außenaufnahmen des Filmes entstand, wie die meisten anderen „Wuthering Heights“-Verfilmungen auch, im Yorkshire-Dales-Nationalpark im Norden von England.
Dort fanden Anfang 2025 die Dreharbeiten vorwiegend in Swaledale, Arkengarthdale und dem Dorf Low Row statt.

Margot Robbie sagt dazu: „Ich glaube, es ist ziemlich selten, eine Geschichte zu finden, die so eng mit ihrem geografischen Kontext verbunden ist. Man kann sich Wuthering Heights nicht vorstellen, ohne an die nebelverhangenen Moore und Yorkshire zu denken. Und so sind wir natürlich nach Yorkshire gefahren und waren in den Mooren unterwegs.“
Der Drehort aus „Wuthering Heights“, den man am schnellsten wiedererkennt und der auch leicht für Besucher zugänglich ist, ist die Old Gang Smelting Mill in der Nähe von Reeth. In der denkmalgeschützten Mühle, erbaut im Jahr 1846, wurde einst Bleierz aus den umliegenden Minen mithilfe von Wasserkraft und Torf als Brennstoff geschmolzen.


Während der Dreharbeiten war es die Aufgabe von Sean Whittle, einem der Yorkshire Dales Guides, darauf zu achten, dass hier niemand auf die alten Gemäuer klettert und sich die Schauspieler nicht verletzen oder in den Fluss fallen. Letzteres war durch den Einsatz einer Nebelmaschine beim Dreh jedenfalls nicht völlig unwahrscheinlich.
In „Wuthering Heights“ wurde hier die Szene gedreht, in der Cathy und Heathcliff nach langer Zeit wieder aufeinandertreffen. In der Umgebung wurden einige Szenen in den Bergen gedreht, die jedoch nur mit Allradantrieb erreichbar sind. Da die Gegend traditionell als Jagdrevier genutzt wird, sollten Wanderer und Fahrradfahrer die bestehenden Trails und Straßen nicht verlassen.


Die Sequenz, in der Heathcliff die schimpfende Cathy plötzlich auf einen Baum setzt, entstand im Booze Moor. Den markanten Baum sucht man dort allerdings vergeblich, er war nur eine Filmkulisse.
Die Felsen des Bridestones Moors in West Yorkshire, einem Naturschutzgebiet mit Blick auf das Calder Valley nördlich von Todmorden, werden zum Schauplatz, an dem das gegenseitige Verlangen der beiden Hauptcharaktere schließlich explodiert.
Die Szenen der Beerdigung und auch die Aufnahmen von Cathy im Hochzeitskleid entstanden am Bouldershaw Old House. In Realität handelt es sich hier aber um keine Kirche, sondern um einen Stall.


Im Film bekommt auch das pyramidenförmige Needle’s Eye in Wentworth, nördlich von Sheffield gelegen, eine bedeutende Rolle als Treffpunkt der beiden Hauptfiguren. Das kleine Folly, bei dem man denken könnte, es handele sich nur um eine Filmkulisse, befindet sich auf dem Fitzwilliam Wentworth Estate in South Yorkshire.
Der Legende nach wurde es Anfang des 18. Jahrhunderts erbaut, weil der zweite Marquess of Rockingham in betrunkenem Zustand behauptete, er könne mit Pferd und Kutsche durch ein Nadelöhr fahren.

Ein weiterer Drehort aus „Wuthering Heights“ befindet sich in Kent, Südengland. Dort nutzte man das historische, 600 Jahre alte Herrenhaus Knole House in Sevenoaks als Kulisse für die Eröffnungssequenz mit dem Spektakel am „Henkertag“.
Mit etwa 250 Statisten fand hier der Drehtag mit der größten Besetzung der gesamten Produktion statt. Später wurde hier außerdem Heathcliffs wenig feierliche Hochzeit mit Isabella gedreht.

Die Studioaufnahmen entstanden in den Sky Studios Elstree, in denen man das Außengebäude von Thrushcross Grange auf der Bühne 1 und das gesamte Haus von Wuthering Heights auf der Bühne 3 nachbaute.

Die Modellbaufirma Mattes and Miniatures fertigte zudem ein Modell der Thrushcross Grange im Maßstab 1:12 an, das sowohl im Film als Isabellas Puppenhaus im Esszimmer diente, als auch als maßstabsgetreues Modell für den Dreh vor Ort in Yorkshire.
Übernachten wie die Stars
Sowohl Emerald Fennell als auch die Schauspieler Margot Robbie, Jacob Elordi, Hong Chau, Shazad Latif, Alison Oliver und Ewan Mitchell waren während der Dreharbeiten in Yorkshire im Simonstone Hall Hotel in der Nähe von Hawes untergebracht.


Hotelbesitzer Jack Dinsdale berichtet, die Schauspieler hätten die Gegend geliebt und auch die Angebote des Hotels in diesen zwei Wochen rege genutzt, vom Hot Tub bis zum Afternoon Tea und Sunday Roast. Jacob Elordi hatte seinen Hund für Spaziergänge dabei.
Margot Robbie gefiel es hier sogar so gut, dass sie später noch einmal mit ihrem aus Yorkshire stammenden Mann für ein Wochenende herkam.

Da hier schon häufig Berühmtheiten übernachtet haben, unter anderem Prince Charles und Katel Winslet, gibt es von Seiten des Hotels keinerlei Pläne, ein Zimmer etwa in eine „Margot Robbie Suite“ zu verwandeln.
Wer gerne in einem der Zimmer übernachten möchte, das auch vom „Wuthering Heights“-Cast genutzt wurde, sollte sich die Nummern 9 (Margot Robbie) bzw. 20 (Jacob Elordi) merken. Regisseurin Emerald Fennell bezog das Zimmer mit der Nummer 6.

Das Simonstone Hall Hotel und der nahegelegene Ort Askrigg dienten übrigens schon selbst als Drehort, nämlich für die Serie „Der Doktor und das liebe Vieh“, die in der fiktiven Kleinstadt Darrowby in den Yorkshire Dales spielt.
Auf den Spuren von Emily Brontë
Den großen Erfolg und Ruhm des anfangs umstrittenen, zeitweise sogar verpönten Buches „Wuthering Heights“ hat Emily Brontë, die bereits mit dreißig Jahren an Tuberkulose starb, leider nicht mehr erlebt.
Heute gilt ihr Roman als Klassiker der englischen Literatur und auch wenn Emerald Fenells Verfilmung viele Änderungen an der ursprünglichen Geschichte vornahm, dürfte durch den Film eine neue Generation von Fans dazu anregt werden, das Buch zu lesen und die „windigen Moore“ und die Orte, die bis heute mit den Brontë-Schwestern verbunden sind, zu besuchen.
Als Inspiration für das sturmumtoste Anwesen Wuthering Heights, eben die „Sturmhöhen“, die dem Buch seinen Titel gaben, gilt das verfallene Bauernhaus Top Withens auf den Mooren von Haworth, welches nur durch eine Wanderung erreichbar ist.
Wer nicht alleine losziehen möchte, kann sich bei den Brontë Walks von einem Guide, dem Brontë-Experte Johnnie Briggs, begleiten lassen.
Das Gebäude bzw. die heutige Ruine entspricht zwar architektonisch nicht dem fiktiven Haus, doch es fängt mit der wilden, windgepeitschten Landschaft rundherum genau die Atmosphäre ein, die den Roman prägt.


In Haworth selbst lohnt sich ein Besuch im Brontë Parsonage Museums, dem ehemaligen Pfarrhaus und Zuhause der Familie Brontë, in dem Charlotte, Emily und Anne den Großteil ihres Lebens verbrachten und ihre berühmten Romane schrieben.
Das Museum beherbergt heute die weltweit größte Sammlung an Brontë-Manuskripten, persönlichen Gegenständen und Erinnerungsstücken und bietet einen eindrucksvollen Einblick in das damalige Leben der Schriftstellerinnen.


In der Ausstellung erfährt man zudem viele Hintergründe zu ihrem Schaffen sowie einen Überblick über sämtliche „Wuthering Heights“-Verfilmungen von 1920 bis heute.


Das Old Post Office Haworth ist das ehemalige Postamt, von dem aus die drei Brontë-Schwestern ihre Manuskripte, darunter Wuthering Heights, Jane Eyre und Agnes Grey, an ihre Londoner Verleger schickten.
Der originale viktorianische Postschalter, an dem Charlotte, Emily und Anne ihre Werke aufgaben, ist bis heute erhalten. Das Postamt ist heute ein Lokal und ein guter Anlaufpunkt für hungrige Literatur- und Filmtouristen.


Der Ort Haworth vermittelt einen mit seinen historischen, grauen Steinhäusern und der Kopfstein gepflasterten Hauptstraße, sich fast in einer längst vergangenen Epoche zu wähnen.
Für die Filmbiografie „Emily“, in der Emily Brontë von Emma Mackey verkörpert wird, nutzte man das Dorf auch als Drehort.
Tourtipps:
Brontë Parsonage Museums
Brontë Walks
Yorkshire Dales Guides
The Mountain Goat
Hoteltipp: Simonstone Hall Hotel
Weitere Informationen: North Yorkshire
Offenlegung: Dieser Beitrag entstand im Rahmen einer von Visit Britain organisierten Pressereise in die Yorkshire Dales.

