Filmstart: 26. November 2015 - Ab 12. Mai 2016 auf DVD & Blu-ray

Vor dem Hintergrund des Kalten Krieges erzählt der Thriller „Bridge of Spies - Der Unterhändler” von Regisseur Steven Spielberg die Geschichte des Anwalts James Donovan (Tom Hanks) aus Brooklyn, der plötzlich in das politische Geschehen verwickelt wird. Donovan wird vom CIA beauftragt, die Freilassung eines in der UdSSR verhafteten US-amerikanischen U-2-Piloten zu erwirken - eine Aufgabe, die sich als nahezu unmöglich erweist. Die Filmemacher hofften, so viele Originalschauplätze wie möglich als Drehorte nutzen zu können, an denen sich die Ereignisse der Geschichte abgespielt hatten, und entschieden sich für New York City, Berlin und Breslau in Polen.

Bridge of Spies – Der Unterhändler | Blu-ray, DVD & Digital HD | Trailer 6 | Deutsch HD

Der Anfang spielt 1957 in Brooklyn, die Handlung verlagert sich schließlich nach Ostberlin. Produzent Marc Platt erklärt: „Es war interessant, diesen Film zu produzieren, weil es beinahe so war, als würden wir zwei getrennte Filme machen, was die außergewöhnliche Reise veranschaulicht, die Donovan unternimmt. Zuerst begegnen wir ihm in Brooklyn, wo er den Fall übernimmt, das ist der eine Film, und dann reist er unerwartet in einen vollständig anderen Teil der Welt, in eine vollständig andere Kultur, was sich wie ein gänzlich anderer Film anfühlt.”

Regisseur Steven Spielberg und Tom Hanks am Set von Bridge of Spies © 2015 Twentieth Century Fox

Regisseur Steven Spielberg und Tom Hanks am Set von Bridge of Spies © 2015 Twentieth Century Fox

Der Kameramann Janusz Kaminski, der bereits 1993 zu „Schindlers Liste” mit Steven Spielberg zusammen arbeitete, startete in Lower Manhattan mit Außenaufnahmen von Donovan auf der Treppe des Federal Courthouse am Foley Square. Die Metrostation Broad Street in Manhattan war der Drehort für die Szenen, in denen Rudolf Abel vom FBI beschattet wird, und in denen Donovan auf dem Weg zur Arbeit ist. Die New Yorker Metropolitan Transportation Authority genehmigte der Produktion den Zugang zur Metrostation an einem frühen Sonntagmorgen. Adam Stockhausen, der Production Designer des Films, der kürzlich den Oscar für „The Grand Budapest Hotel” erhielt, erklärt: „Wir mussten schnell arbeiten, im Blitz-Stil.” Die Innenaufnahmen entstanden in historischen Wagen von 1960 im New York Transit Museum.

© 2015 Twentieth Century Fox

© 2015 Twentieth Century Fox

In Midtown Manhattan sorgten die Büros der New York Bar Association, die sich in einem klassisch-historischen Gebäude in der 44. Straße befinden, für die ideale Kulisse von Donovans Anwaltskanzlei. Zahlreiche Aufnahmen in Brooklyn folgten, an Drehorten in Flatbush und Brooklyn Heights, da in diesen Stadtteilen immer noch eine Menge historischer Gebäude stehen. In Ditmas Park entdeckte Stockhausen in einer Wohngegend mit altmodischen Häusern den idealen Ort für Donovans Zuhause: ein schönes, viktorianisches, freistehendes Haus. Das Innere von Donovans Heim und zusätzliche Kulissenteile wurden in den Steiner Studios in Brooklyn gebaut.

Der Flughafen Tempelhof in Berlin, wo die Flüge der historischen Luftbrücke von 1948 und 1949 stattfanden, war ein unverzichtbarer Drehort. Spielberg filmte dort zahlreiche Szenen auf dem Flughafen Tempelhof, einschließlich der Rückkehr von Donovan und Powers in die USA in einem amerikanischen Frachtflugzeug der U.S. Army. Die Szenen mit den tatsächlichen U-2-Flugzeugen, sowohl in der Luft als auch am Boden, wurden mehrere Monate später auf der Beale Air Force in Yuba County, Kalifornien, gedreht.

© 2015 Twentieth Century Fox

© 2015 Twentieth Century Fox

Ehemaliger Flughafen Tempelhof, Berlin © Andrea David

Ehemaliger Flughafen Tempelhof, Berlin © Andrea David

Die geschichtsträchtige Glienicker Brücke, wo der tatsächliche Austausch von Abel gegen Powell stattgefunden hat, bildete die Kulisse für den historischen Höhepunkt der Geschichte. Die Brücke überspannt die Havel in der Nähe des Wannsees, wo die Wannsee-Konferenz mit Adolf Eichmann und den anderen Architekten des Holocaust stattfand. Heute verbindet die Brücke die Städte Berlin und Potsdam. Angela Merkel stattete dem Filmteam hier während der Dreharbeiten einen Besuch ab. Wer sich näher für die Geschichte der Glienicker Brücke und das Leben unmittelbar am Grenzstreifen interessiert, sollte der Villa Schöningen auf der Potsdamer Seite einen Besuch abstatten. Dort gibt es dazu eine Daueraussstellung, die donnerstags bis sonntags geöffnet ist.

Die Glienicker Brücke zwischen Berlin und Potsdam

Die Glienicker Brücke zwischen Berlin und Potsdam

Die Szenen, in denen Donovan die ostdeutschen Wachen am Checkpoint Friedrichstraße zu überreden versucht, ihn durchzulassen, damit er seine Verabredung in der sowjetischen Botschaft mit Wolfgang Vogel einhalten kann, wurden in der Stadtmitte von Berlin in der Friedrichstrasse gedreht, am Checkpoint Charlie, der der bekannteste Grenzübergang zwischen Ost- und Westberlin ist.

Checkpoint Charlie, Berlin © Andrea David

Checkpoint Charlie, Berlin © Andrea David

Checkpoint Charlie, Berlin © Andrea David

Checkpoint Charlie, Berlin © Andrea David

Um die entscheidenden Szenen der Geschichte zu filmen, die an der Berliner Mauer spielen, ging die Produktion nach Breslau in Polen, das etwa vier Stunden südöstlich von Berlin liegt. Breslau ist, als Folge von wirtschaftlich schweren Zeiten, immer noch eine Stadt, in der die Spuren des Krieges sichtbar sind. Teile des Grenzübergangs in der Friedrichstraße wurden in Breslau nachgebaut, einschließlich des berühmten Schildes: Sie verlassen jetzt den amerikanischen Sektor in drei Sprachen. An diesem Drehort wurde die spannende Szene gedreht, in der Frederic Pryor von Vogel und anderen zum Checkpoint eskortiert wird.

Regisseur Steven Spielberg und Tom Hanks am Set von Bridge of Spies © 2015 Twentieth Century Fox

Regisseur Steven Spielberg und Tom Hanks am Set von Bridge of Spies © 2015 Twentieth Century Fox

„Jeden Tag, an dem wir zum Set kamen, dachten wir, Heiliger Bimbam, das ist nicht bloß ein seltsamer kleiner Set-Aufbau … das ist eine dreidimensionale, authentische, holographische Nachbildung der Realität”, sagt Tom Hanks. „Diese Leute leisten eine Arbeit, die ich kaum ermessen kann”, fügt Hanks hinzu. „Es sieht aus, als würden sie einfach ihre Hausaufgaben machen und sie scheinen immer gerade so innerhalb des Zeitlimits zu operieren, um alles hinzukriegen. Aber wenn du das Endergebnis siehst, und es ist so suggestiv, dass selbst jemand wie ich, der weiß, dass es nur eine Kulisse ist, sich nicht davon losreißen kann: das ist schon ein besonderes Talent.”

Linktipps:
Dauerausstellung zur Glienicker Brücke in der Villa Schöningen
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