Die Verfilmung des Thrillers Sakrileg von Dan Brown (2006), mit Tom Hanks, Audrey Tautou und Jean Reno in den Hauptrollen, handelt von einer recht unkonventionellen Jagd nach dem Heiligen Gral und vermischt gekonnt Fakten und Fiktion zu einem unterhaltsamen Werk. Weitere wichtige Rollen spielten die Drehorte Paris und London sowie eine Kapelle nahe Edinburgh.

Symbolologe Robert Langdon befindet sich zu Beginn des Films angeblich in Paris, um sein neues Buch vorzustellen, gedreht wurde die Szene jedoch in der Fairfield Hall in Croydon, Surrey, im Südosten Englands. Dagegen fährt er anschließend zum echten Louvre in Paris, wo er den Mord an Chefkurator Jacques Saunière aufklären helfen soll bzw. dessen beschuldigt wird.

Während die Polizei dem aus dem Fenster geworfenen GPS-Sender über die Pont du Carrousel folgt, gelingt es Langdon, zusammen mit der Kryptologin Sophie Neveu, die Botschaften des Kurators zu entschlüsseln, wobei Leonardo da Vincis Gemälde „Mona Lisa“ und die ebenfalls im Louvre befindliche „Felsgrottenmadonna“ eine wichtige Rolle spielen.

Felsgrottenmadonna, Louvre, Paris © Andrea David

Die Kirche, in der Opus Dei-Mitglied Silas (Paul Bettany) vergeblich unter der Rosenlinie nach dem Schlussstein sucht, ist die Eglise Saint-Sulpice (rue St-Sulpice, Paris). Die Buchstaben „P“ und „S“ in den Kirchenfenstern deuten dabei nicht, wie im Buch beschrieben, auf den Geheimbund „Prieuré de Sion“ hin, sondern stehen in Wahrheit einfach für die Namenspatronen der Kirche „Peter“ und „Sulpice“. Und auch der ursprüngliche Nullmeridian, der im Boden der Kirche deutlich markiert ist, wurde nie als Rosenlinie bezeichnet. Diese ist eine Erfindung Dan Browns. Lediglich die Außenaufnahmen des Filmes entstanden wirklich an der Kirche, die Innenaufnahmen wurden im Studio rekonstruiert.

Eglise Saint-Sulpice, Paris © Andrea David
Nullmeridian, Eglise Saint-Sulpice, Paris © Andrea David

Das Anwesen von Langdons altem Freund Leigh Teabing (Ian McKellen) ist das Chateau de Villete, 40 Minuten nordwestlich von Paris, in Condécourt. Die Botschaft „In London liegt ein Ritter, den ein Papst begraben“ führt Langdon, Neveu und Teabing schließlich zur Temple Church in London.

Temple Church, London

Die Spur erweist sich jedoch als falsche Fährte. Mit „Pope“ ist nämlich nicht der Papst gemeint, sondern Alexander Pope. Er schrieb die Grabrede für Isaac Newton, welcher wie einige anderen Wissenschaftler in der Westminster Abbey ruht. Dort versuchen Langdon und Neveu unter Bedrohung von Teabing, dem eigentlichen Drahtzieher, das Lösungswort zum Öffnen des Kryptex zu finden. Für einige geschichtlichen Rückblenden in die Zeit der Tempelritter diente Malta als Drehort.

Westminster Abbey, London © Andrea David

Die Sommerresidenz des Papstes „Castel Gandolfo“ wurde im Film aus zwei Drehorten zusammengesetzt: Für die Außenaufnahmen diente das Belvoir Castle, westlich von Grantham in Leicestershire, als Kulisse. Die Innenaufnahmen entstanden im Burghley House in Stamford, Lincolnshire. Die Rosslyn Chapel, wo Langdon und Neveu zwar nicht den Gral so doch des Rätsels Lösung finden, liegt in Midlothian, Schottland, wenige Autominuten südlich von Edinburgh.

Rosslyn Chapel, Schottland © Nicole Wiedenfeld

In seinem Zimmer im Pariser Hotel Ritz (15 Place Vendome) kommt Langdon schließlich der Gedanke, wo sich der Heilige Gral befindet. In der Schlussszene folgt Langdon den in das Pflaster eingelassenen Messingtafeln mit der Aufschrift „Arago“, die den Nullmeridian in Paris kennzeichnen, bis zum Louvre und kniet schließlich auf dem dortigen Glasdach der umgekehrten Pyramide (welche jedoch in Wahrheit nicht vom Meridian durchquert wird), worunter er das Grab von Maria Magdalena vermutet.

Nullmeridian im Louvre, Paris © Andrea David
Umgekehrte Pyramide, Louvre, Paris © Andrea David

Tourtipp:
Rosslyn-Kapelle & Scottish Borders

Buchtipp: „Dan Browns Thrillerschauplätze als Reiseziel”, Oliver Mittelbach

 

 

 

 

 

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