Filmstart: 1. Juli 2021
Chloé Zhaos Roadmovie „Nomadland“ erzählt die Geschichte von Fern (Frances McDormand, „Fargo„, „Three Billboards outside Ebbing, Missouri„), die nach der großen Rezession 2008 alles verloren hat.
Nach dem wirtschaftlichen Zusammenbruch der Industriestadt Empire im ländlichen Nevada packt Fern ihre Sachen und bricht in ihrem Van auf, ein Leben als moderne Nomadin zu erkunden. Der Film zeigt auch die echten Nomaden Linda May, Swankie und Bob Wells als Ferns Mentoren auf ihrer Erkundung der weiten Landschaften des amerikanischen Westens.
Die Dreharbeiten von „Nomadland“ erstreckten sich über sechs Monate und begannen im September 2018 in South Dakota, wo viele Filmszenen in den Badlands, auf dem dortigen Campingplatz, dem Badlands Campground, sowie im Custer State Park entstanden.
Am Rastplatz Wall Drug Store nördlich des Nationalparks bekommt Fern eine Anstellung als Kellnerin. Südlich von Wall befindet sich auch die im Film vorkommende, 24 Meter hohe Brontosaurus-Statue an der Interstate 90.
Die weitläufigen Badlands dienten in der Vergangenheit bereits häufig als Filmkulisse, unter anderem für „Der mit dem Wolf tanzt“, „Starship Troopers” oder auch als Oberfläche des Asteroiden in Michael Bays Katastrophenfilm „Armageddon”.
„Um in South Dakota drehen zu können, was ich bereits zweimal gemacht habe, muss es September/Oktober beziehungsweise Mai sein“, erzählt Regisseurin und Oscar-Preisträgerin Chloé Zhao, deren Filme „Songs My Brothers Taught Me“ (2015) und „The Rider“ (2017) ebenfalls in dem US-Bundesstaat entstanden.
Von South Dakota zog das Produktionsteam schließlich weiter nach Nebraska. „Wir fuhren durch Deadwood auf unserem Weg runter nach West-Nebraska, um bei der Rübenernte dabei zu sein“, sagt Produzent Peter Spears.
„Danach hatten wir ein bisschen freie Zeit, um uns im Anschluss in Empire, Nevada, in der Nähe der Black Rock Desert, wo jährlich das Burning Man Festival stattfindet, wieder zusammenzufinden.“
Zhao und Frances McDormand hatten Empire als Startpunkt für die Reise ihrer Heldin Fern festgelegt. Dort hatte seinerzeit auch das dem Film zugrundeliegende Buch von Jessica Bruder seinen Ausgang genommen.
„Empire war eine Unternehmersiedlung, in der Generationen von Gips-Minenarbeiter gelebt und gearbeitet hatten, bevor sie von der Großen Rezession in den Jahren 2007 bis 2009 überflüssig gemacht wurde und jeder sein Haus verlassen musste“, sagt Autorin Jessica Bruder. „Selbst die Postleitzahl wurde gestrichen.“
In Nevada wurde unter anderem im Fernley RV Park und im benachbarten Desert Rose RV Park gedreht. Anschließend ging es für die Produktion weiter in die ehemalige Gegenkultur-Enklave Point Arena, etwas südlich von Mendocino in Nordkalifornien gelegen. Dort wurden die Szenen mit Dave (David Strathairn) und seiner Familie gedreht.
„Im Anschluss legten wir eine fünftägige Weihnachtspause ein“, sagt Produzentin Mollye Asher. „Silvester und Neujahr verbrachten wir gemeinsam und fuhren dann nach Yuma, Arizona, um schließlich die letzten Drehtage in Südkalifornien im San Bernardino County zu verbringen.“
Unter den Drehorten in Arizona ist auch die Kleinstadt Quartzsite. Die Tanzszene mit Dave entstand im dortigen „Quartzsite Yacht Club“, einem Restaurant mit Livemusik auf der Main Street. Im Film lauscht Fern den Klavierkünsten von Paul Winer, der das Stück seinen verstorbenen Freunden widmet. eine melancholische Klavier-Nummer vorträgt. Das Klavier steht in einem kleinen Musiksaal neben dem Buchladen „Reader’s Oasis“, ebenfalls in der Main Street.
Leider konnte Winer „Nomadland“ selbst nicht mehr sehen, da er zur Zeit der Dreharbeiten verstarb. Sein Klavier steht heute in einem kleinen Musiksaal neben dem Buchladen „Reader’s Oasis“, ebenfalls in der Main Street von Quartzsite.
Fern erkundet in Kalifornien sowohl den San Bernardino National Forest westlich von Los Angeles als auch den Redwood National Park südlich von San Francisco.
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