Filmstart: 16. Juli 2026
Mit „Die Odyssee“ bringt Christopher Nolan („Interstellar„) Homers mythische Heldensaga auf die große Leinwand. Zur hochkarätigen Besetzung gehören unter anderem Matt Damon („Der Marsianer“) als Odysseus, König von Ithaka, Tom Holland („Spider-Man: Homecoming“) als Odysseus’ Sohn Telemachos und Anne Hathaway („Der Teufel trägt Prada“) als Penelope, Odysseus’ Ehefrau und Königin von Ithaka.
Das Action-Epos entstand an verschiedenen, originalen Drehorten. Wie immer war es Christopher Nolan ein Anliegen, einer fantastischen Filmwelt so viel Realitätsnähe wie möglich zu verleihen und dafür reale Orte für die Dreharbeiten zu verwenden.
„Ich wollte meine eigene Perspektive in das Genre der griechischen Mythologie einbringen. Diese Art des filmischen Erzählens macht mir großen Spaß und kann meiner Meinung nach eine echte Wirkung auf das Publikum haben“, sagt Nolan.
„Vieles davon hat mit visueller Dichte zu tun. Und vieles davon bedeutet für mich, Lösungen aus der realen Welt zu nutzen, in die Natur zu gehen, an echte Drehorte, und damit Realität zu ermitteln. Extreme klimatische Bedingungen und Landschaften spielten eine wesentliche Rolle. Ich wollte eine Welt erschaffen, in der man sich tatsächlich vorstellen kann, mit Odysseus auf diesem Schiff zu sein, und in der man eine Weltsicht verstehen kann, die die Launen der Natur als Manifestationen oder Zeichen stürmischer, launischer Götter interpretierte.“

Um die Welt von „Die Odyssee“ zu erschaffen, tat sich Christopher Nolan erneut mit Produktionsdesignerin Ruth De Jong zusammen, die für ihre Arbeit an „Oppenheimer“ für einen Oscar nominiert wurde. Nolan und De Jong verbrachten schließlich Monate damit, zu reisen und zu recherchieren. Sie waren auf der Suche nach Orten, an denen sie die verschiedenen Welten erschaffen konnten, die in Homers Epos beschrieben werden.
Dazu gehören die Strände des dem Untergang geweihten Troja, die Höhle des Zyklopen, die Unterwelt des Hades und die Inseln, auf denen Kalypso, Circe, die Laistrygonen und das Volk von Ithaka lebten. Und natürlich durften auch die stürmischen Meere zwischen all diesen Orten nicht fehlen. Eines der Kriterien der Filmemacher bestand darin, die bekannten Klischees der „Sandalen-Filme“ früherer Hollywood-Zeiten zu vermeiden. Viele dieser Filme wurden in den Wüsten Spaniens gedreht oder orientierten sich an der Kunst der Romantik.
Nolan und De Jong wurden auf der Suche nach den passenden Drehorten schließlich in sechs Ländern fündig: in Marokko, Griechenland, Italien, Island, Schottland und den USA. Was sie vor Ort nicht realisieren konnten, bauten sie nach und drehten es auf Soundstages in Kalifornien.
Emma Thomas, die jeden einzelnen von Nolans Filmen als Produzentin begleitet hat, sagt über die Herausforderungen bei den Dreharbeiten: „Bei jedem Film, den wir je gedreht haben, gab es immer eine große Szene, über deren Umsetzung alle ständig gesprochen haben. Bei diesem Film hatten wir unzählige davon. An jedem Drehort, zu dem wir kamen, gab es riesige, scheinbar überwindbare Probleme. Aber wir haben immer eine Lösung gefunden.“
Das Troja-Set in Marokko
Die Dreharbeiten zu „Die Odyssee“ begannen im Februar 2025 in Marokko.
Die Strände von Essaouira an der Atlantikküste dienten als Fundort des Trojanischen Pferdes und als Ausgangspunkt für Odysseus’ Reise zurück nach Ithaka.

Aït-Ben-Haddou in der Nähe des Atlasgebirges bot Platz und Gebäude, um das riesige 360-Grad-Set zu errichten, das die sagenumwobene, dem Untergang geweihte Stadt Troja darstellt.
„Uns war klar, dass wir so viel vom Set wie möglich innerhalb einer bestehenden Location bauen wollten“, erklärt De Jong. „Digitale Effekte zur Erweiterung der Sets galt es zu vermeiden.“ Sie begannen mit den Dreharbeiten zum Fall Trojas. „Das musste in absolut gigantischem Maßstab und so eindrücklich wie möglich sein“, sagt Nolan.

„Ruth und ihr Team haben einen Weg gefunden, etwas an einem realen Ort mit genügend existierender Architektur zu errichten. So wirkte alles greifbar. Außerdem hatten wir vor, Teile davon unter sicheren Bedingungen abzubrennen, sodass wir diese Teile in ausreichender Nähe zu den bestehenden Gebäuden errichten mussten. Das war eine enorme logistische Herausforderung.“
Das Troja-Set erstreckte sich über mehr als einen Hektar Fläche. Es war damit groß genug, um 2.000 Statisten und mehr als 60 Bauwerke aufzunehmen. Dazu gehörte auch der Tempel der Athene – mit knapp 15 Metern Breite, mehr als 26 Metern Tiefe und über 11 Metern Höhe das größte Gebäude auf dem Set. Das Produktionsteam errichtet die gewaltige Steintreppe, die zum Vorplatz und zum Tempel hinaufführt, sowie funktionsfähige Stadttore von Troja und eine Umfassungsmauer mit speziell angefertigten Zinnen.

Jedes Element wurde so gestaltet, dass es sich nahtlos in Aït-Ben-Haddou einfügte und dazu beitrug, die gewaltige Größe Trojas für die Kamera sichtbar zu machen. Das Produktionsteam ließ außerdem 15 vollständig ausgebildete Olivenbäume per Kran anliefern, um den neu errichteten Teil des Sets mit etwas Grün zu versehen.
Eine Mittelmeerinsel für Ithaka
Die Insel Favignana, einer der Ägadischen Inseln vor der Küste Siziliens, diente als Kulisse für Ithaka, die Heimat von Penelope, Telemachos und dem lange verschollenen Odysseus. De Jong errichtete in der idyllischen Umgebung des Drehortes verschiedene Bauwerke, unter anderem den Hof und die einfache Behausung von Eumaios, Odysseus’ treuem Freund und Schweinehirten.
Was Nolan und De Jong jedoch wirklich überzeugte, war eine Festung aus dem 15. Jahrhundert: das Castello di Santa Caterina, gelegen auf einer Anhöhe gleichen Namens. Der zerklüftete Hügel erhebt sich 310 Meter über dem Meer und bietet einen Rundumblick auf die umliegende Gegend und das Mittelmeer. Zufahrtsstraßen gab es keine. Um zu der einfachen Festung zu gelangen, musste man zu Fuß dorthin wandern.

„Zu Beginn unserer Recherchen erinnerte sich Ruth daran, dass sie vor zehn Jahren schon einmal auf Favignana gewesen war“, sagt Nolan. „Wir fuhren dorthin und stellten fest, dass es ein äußerst unpraktischer Drehort war. Als wir aber zur Festung hinaufstiegen und den Ausblick auf uns wirken ließen, wussten wir, dass dies Odysseus’ Zuhause sein musste. Es fühlte sich an wie Ithaka. In den Monaten danach sahen wir uns praktischere, leichter erreichbare Schauplätze an. Aber Favignana ging uns einfach nicht aus dem Kopf. Also haben wir uns dafür entschieden.“
Das Produktionsteam erhielt vom italienischen Kulturministerium die Genehmigung, auf dem Gelände der Burg zu drehen und vorübergehende Anbauten an der Außenfassade zu errichten, um die für Odysseus’ Palast erforderliche Größe zu suggerieren. Ein Antrag auf den Bau einer Zufahrtsstraße wurde hingegen abgelehnt. Der ausführende Produzent Thomas Hayslip ließ eine Standseilbahn errichten und organisierte mehrere Hubschrauber, um Ausrüstung und Vorräte hinauf zum Castello di Santa Caterina zu transportieren. Doch der Großteil von Cast und Crew, darunter auch Christopher Nolan, nahmen die Wanderung während der dreiwöchigen Dreharbeiten jeden Tag auf sich.
Die meisten Szenen im Inneren des Palastes wurden auf einer Soundstage in Los Angeles gedreht. De Jongs großflächiges Set bestand aus zahlreichen Räumen, die zum einen die Details und Elemente der Bronzezeit, zum anderen den architektonischen Stil, die Oberflächen und die Details der Burg von Santa Caterina authentisch nachbildeten. Dazu gehörten Penelopes Gemächer und das sogenannte Megaron, ein großer Saal, der das Herzstück antiker griechischer Paläste bildete. Die Konstruktion war drei Stockwerke hoch und hatte eine Grundfläche von ca. 5.350 Quadratmetern.
Die Höhle des Zyklopen in Griechenland
Als Kulisse für Odysseus’ Begegnung mit dem Zyklopen diente eine echte Höhle, die eng mit der griechischen Mythenwelt verknüpft ist: die Nestorhöhle, tief eingebettet in die Ausläufer des Peloponnes. Der Raum, etwa 20 x 16 Meter groß, mit einer bis zu 29 Meter hohen gewölbten Decke, wird seit der Jungsteinzeit von Menschen genutzt.
Die Höhle steht mit mehreren antiken griechischen Mythen in Verbindung. So soll beispielsweise der flinke Gott Hermes sie als Versteck genutzt haben, um Vieh zu verstecken, das er seinem Halbbruder, dem Sonnengott Apollon, gestohlen hatte.
Die Unterwelt des Hades in Island
Die Szenen, in denen Odysseus sich in die Unterwelt wagt, um Rat bei den Geistwesen zu suchen, entstanden im hohen Norden: auf Island in der Nähe von Vík im Süden des Landes.

Nolan drehte im Juni, im unheimlichen Licht der Mitternachtssonne, in einer öden Landschaft mit schwarzem Lavasand und bei windigem, wechselhaftem Wetter.

„Mir war schon früh klar, dass ich die Landschaft Islands als Kulisse für den Hades haben wollte“, sagt Nolan. „Diese Reise in den Norden, immer weiter in die Kälte, könnte nicht weiter von Odysseus’ Heimat auf Ithaka entfernt sein.“
Die „Odyssee“-Drehorte in Schottland
Die Drehorte von „Die Odyssee“ in Schottland befinden sich in der Region Moray und im Nordosten des Landes. Die Dreharbeiten fanden unter anderem an der historischen Ruine Findlater Castle an der Küste von Banffshire statt; aus diesem Grund war der Zutritt für Besucher im Juni und Juli 2025 untersagt.
In Moray vor Culbin Sands wurden die Szenen gedreht, in denen die Soldaten um Odysseus verfolgt werden und in Richtung Meer zu den wartenden Schiffen laufen. In anderen Aufnahmen sieht man sie durch den Wald Culbin Forest gehen.

Zu den weiteren schottischen Drehorten gehörten Portsoy, der Culbin Forest, Buckie Loch und der Hafen von Buckie, in dem sich mehrere Holzschiffe der Produktion befanden.
Stürmische Dreharbeiten auf dem Meer
Im Film reisen Odysseus und seine Männer nach dem Krieg ausschließlich mit dem Schiff. Nolans Ziel war es, das intensive Erlebnis einer Seereise in der Bronzezeit mit all ihrer Schönheit, ihren Strapazen und ihrem Schrecken einzufangen. Doch dazu musste das Produktionsteam antike Schiffe auftreiben. Und auf See drehen. Die Verwirklichung dieser Vision oblag dem Leiter des Marine Departments, Neil Andrea, der bereits bei „Dunkirk“ und „Tenet“ mit Nolan zusammengearbeitet hatte. Während seiner beeindruckenden Filmkarriere war er unter anderem auch an „Cast Away – Verschollen“, an den „Fluch der Karibik“-Filmen sowie an den beiden jüngsten „Mission: Impossible“-Filmen beteiligt.
Auf der Suche nach Odysseus’ Hauptschiff wurde das Produktionsteam im norwegischen Stavanger fündig: Dort entdeckten sie die „Draken“, ein originalgetreues Langschiff, das nach antiken Vorgaben und aus passenden Materialien der Epoche gebaut worden war. Der Rumpf und die Takelage der „Draken“ entsprachen den Forschungsergebnissen zu Schiffstypen aus der mykenischen Zeit. Odysseus könnte ein solches Schiff genutzt haben, sodass das Art Department nur geringfügige Anpassungen vornehmen musste. Vor allem aber war die „Draken“ seetüchtig – sie hat bereits zweimal den Atlantik überquert – und verfügte über eine komplette Segelmannschaft, die gerne Teil des Filmteams werden wollte.

Fast überall, wo das Produktionsteam sich aufhielt, fanden Dreharbeiten auf dem Wasser statt. Jeder Drehort, von Marokko über Italien und Griechenland bis hin zu Island und Schottland, brachte seine ganz eigenen Herausforderungen mit sich. „An unserem ersten Drehtag auf dem Wasser in Griechenland blies der Wind mit einer Geschwindigkeit von über 110 Stundenkilometern – keine Übertreibung“, erinnert sich Andrea. „Die Einheimischen schauten uns an, als hätten wir den Verstand verloren. Aber wir sind alles sicher und langsam angegangen.“
Im hohen Norden wurde es nicht einfacher. Sowohl Island als auch Schottland stellten große Herausforderungen dar. „Wir hatten mit Ebbe und Flut und dem Wetter zu kämpfen. Wenn du die Küste, Boote und Wellen aller Größen miteinander kombinierst, wird es immer schwierig“, sagt Andrea. Jedes Boot, jede Landung am Ufer und jede vor der Küste zurückgelegte Seemeile standen im Zeichen der Authentizität. Das Team vollbrachte maritime Meisterleistungen. Bis zum Ende der Dreharbeiten hatte die Filmflotte Tausende von Meilen zurückgelegt, hatte Stürmen, Wellen und eisigen Temperaturen getrotzt und einige der anspruchsvollsten Drehbedingungen auf See überstanden, die jemals für einen Spielfilm in Kauf genommen wurden.
Weitere Drehorte in Filmen von Christopher Nolan:
Oppenheimer
Interstellar
Inception
Tenet

