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Kanada ist ein Filmland durch und durch, davon konnte ich mich letztes Jahr in Vancouver und auf Vancouver Island selbst überzeugen. Jedoch ist Kanada nicht nur immer wieder ein beliebter Drehort für US-Produktionen, sondern hat auch selbst eine lebendige und vielseitige Filmszene zu bieten. Auf der Berlinale 2018 steht Kanada nun mit knapp 100 dort präsentierten Filmen und Serien und seiner Rolle als „Country in Focus“ auf dem European Film Market besonders im Rampenlicht. Aus diesem Anlass gibt es nun auf iTunes eine Kollektion an herausragenden kanadischen Filmen:
www.itunes.com/rendezvouskanada

Darunter befinden sich ausgewählte Highlights von früheren Berlinalen, international gefeierte erfolgreiche Kinohits sowie bislang unentdeckte Werke. Gesondert herausgestellt werden dabei vor allem Filme weiblicher Regisseure, indigener Filmemacher und neuer Talente. Ich habe hier mal einige meiner Lieblingsfilme sowie diesjährige Berlinale-Perlen herausgepickt, die uns kreuz und quer durch die Städte und Landschaften Kanadas sowie über dessen Grenzen hinausführen:

 

Rendezvous mit einem Eisbär auf Baffin Island

Es gibt Orte auf diesem Planeten, die scheinen zu eisig für eine angenehme Zeit. Nicht jedoch für den kanadischen Regisseur Kim Nguyen. Er drehte sein preisgekröntes Werk „Rendezvous mit einem Eisbär” am Nordpolarkreis von Kanada. In Apex, einer kleinen Gemeinde von Iqaluit auf Baffin Island, wo die Nummernschilder die Form eines Eisbärenhaben. Und die Straßenlaternen ein derart grelles Licht werfen, dass das Auswechseln der Lichtquellen für über 22.000 Dollar beinahe das Filmbudget gesprengt hätte. Im Film dient Apex als Aussteigerort für Roman und Lucy, die unabhängig voneinander auf der Suche nach sich selbst ans kälteste Ende der Welt gereist sind.

In der klirrenden Kälte Nunavuts finden sie nicht nur Frieden, sondern auch die Liebe. Regisseur Nguyen, der in Montréal geboren ist und vietnamesische Wurzeln hat, versteht es, äußere Landschaften mit inneren zu verknüpfen. Apex wird damit zum Symbol des Auswegs aus der Kargheit und zu einem wichtigen Punkt auf der filmischen Landkarte. Wer auf Nguyens Pfaden nach Apex reist, taucht ein in die Welt der Inuit und der arktischen Wildnis, fährt mit dem Motorschlitten zu den Eisschollen im Eisbären-Gebiet oder gleitet mit dem Expeditionsschiff die Nordwestpassage entlang und hält Ausschau nach Narwalen.

 

Ab nach Gatineau–mit Regisseur Philippe Farladaue

Gatineau? Genau. Gatineau gehört zu den nahezu unsichtbaren Orten auf der kanadischen Landkarte, die im Schatten der großen Metropolen liegen. Dabei ist Gatineau eine der beschaulichsten Städte am Ottawa River und Heimatort und Inspirationsquelle deserfolgreichen kanadischen Regisseurs Philippe Farladaue. Gatineau ist Ort der Kindheit und Inspirationsquelle Farladaues, der mit seinem Film „Monsieur Lazahr” international bekannt wurde. Der Film wurde 2012 in der Kategorie bester fremdsprachiger Film“ für den Oscar nominiert und erzählt, wie der traumatisierte algerische Immigrant Monsieur Lazhar eine nicht minder traumatisierte Grundschulklasse übernimmt, deren Lehrerin sich im Klassenraum erhängt hat. Farladaue ist bekannt für seine humorvoll und sensibel verfilmten Geschichten.

Auch sein letzter Film „Mein Praktikum in Kanada” (2016), der zu den besten kanadischen Filmen gehört und den Telefilm Canada für die Berlinale 2018 auf die Top-10-Liste gesetzt hat, erzählt mit leiser Ironie von den Fallstricken der Demokratie am Beispiel des Abgeordneten Steve Guibord, dem bei der Abstimmung, ob Kanada in den Krieg in den Nahen Osten ziehen soll oder nicht, die ausschlagebene Stimme zufällt. Wer Farladaues Heimatort Gatineau besucht, findet sich am Ottawa River wieder, auf der gegenüberliegenden Seite von Kanadas Hauptstadt Ottawa, mit der zusammen Gatineau die National-Capital-Region bildet. Und weil Ottawa in unmittelbarer Nähe liegt, ist Gatineau Sitz zahlreicher Ministerien wie zum Beispiel des Umweltamts und der Agentur für Internationale Entwicklungen. In Gatineau steht zudem eines der größten Museen Kanadas, Kanadas Nationalmuseum für Geschichte und Gesellschaft.

 

Auf den Spuren von Maudie Marshalltown entdecken

Wer sich auf eine Zeitreise nach Nova Scotia begeben möchte, zu den wilden Küsten, den wasserumspülten Felsen, den kleinen Häfen und den auf den Wellen wippenden Holzbooten, sollte sich die dokumentarisch erzählte und tiefberührende Lebensgeschichte von Maud Dowley anschauen, den Film „Maudie”. Darin porträtiert die irische Regisseurin Aisling Walsh die kreative Entfaltung der kanadischen Künstlerin, die in Marshalltown in Nova Scotia ihre Inspiration und ihre Motive fand. Maudie zieht als Haushälterin bei dem mittellosen Everett Lewis (gespielt von Ethan Hawke) ein, der zurückgezogen in einem kleinen Haus lebt. Schnell merkt er, dass Maudie haushälterisch mehr als ungeschickt, aber künstlerisch begabt ist und er schenkt ihr ihre ersten Ölfarben.

Der Film fängt vor der rauen und mystischen Kulisse Nova Scotias die Geschichte von Maud und Everett ein, die beide vom Leben wenig begünstigt waren, aber in ihrer Liebe füreinander das größte Glück fanden. Die Gemälde von Maud Lewis, wie sie nach ihrer Hochzeit hieß, hängen heute in zahlreichen Kunstsammlungen weltweit. Einige sind auch in der Musikkneipe Bearly’s in Halifax sowie in der Art Gallery von Nova Scotia zu sehen. Dort wird auch das restaurierte, originale Künstlerhaus Maudies ausgestellt. Eine Replik aus Stahl steht in Digby, Marshalltown, eine Autostunde von Maudies Geburtsort South Ohio entfernt. Wer auch reisend auf künstlerischen Spuren wandelt, sollte den Besuch der angesehenen Kunsthochschule NSCAD University in Halifax nicht versäumen!

 

Mit Kanadas Filmen um die Welt

Meine persönlichen Lieblingsfilme aus Kanada handeln selbst von großen Reisen, die das Leben ihrer Hauptfiguren regelrecht auf den Kopf stellen. Da wäre die bewegende Geschichte der jungen Eilis Lacey (Saoirse Ronan), einer jungen irischen Immigrantin, die in „Brooklyn - Zwischen zwei Welten“ versucht, sich in New York ein neues Leben aufzubauen. Dabei wird sie schließlich auf eine harte Probe gestellt und muss sich schließlich nicht nur zwischen zwei Ländern, sondern zwei völlig unterschiedlichen Leben entscheiden. Die passenden Drehorte für das Brooklyn in den 1950er Jahren fanden die Filmemacher im kanadischen Montréal.

Im deutsch-kanadischen Film „Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück” begibt sich der Londoner Psychiater Hector (Simon Pegg) auf eine Weltreise, um sich näher mit dem Thema Glück zu beschäftigen. Nach erlebnisreichen Stationen in China und Südafrika, begegnet er in Los Angeles seiner einstigen großen Liebe Agnes (Toni Collette). Die Szenen dafür wurden jedoch nicht in L.A., sondern in Vancouver, dem kanadischen Schauplatz-Chamäleon schlechthin, gedreht. Dort entstanden auch sämtliche Innenaufnahmen des Filmes in den Studios.

Zu kanadischen Drehorten führt zudem der großartige Abenteuerfilm „Die Karte meiner Träume” von Regisseur Jean-Pierre Jeunet. Die Geschichte handelt vom hochgegabten T.S. Spivet (Kyle Catlett), der aufgrund einer genialen Erfindung vom berühmten Smithsonian Museum in Washington D.C. eingeladen wird, um den prestigeträchtigen Baird-Preis entgegenzunehmen. So macht er sich nachts heimlich und alleine auf den Weg quer durch die USA. Die Aufnahmen im ländlichen Montana entstanden, wie übrigens auch schon „Brokeback Mountain”, in der kanadischen Provinz Alberta rund um Calgary. Dort wurde auch die abgelegene Ranch der Spivets als Außenkulisse aufgebaut. Die Zugsequenzen wurden im benachbarten British Columbia gefilmt.

 

Auch wer gerade keine Reise nach Kanada geplant hat, kann sich also mit dieser Auswahl an bereits bekannten und neuen Highlights für mindestens eine Spielfilmlänge in Kanadas Filmwelt entführen lassen.

 

Weitere Linktipps:
Programm Berlinale 2018
In Kanada gedrehte Filme

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Offenlegung: Dies ist ein Gesponserter Artikel, der mit finanzieller Unterstützung von Telefilm Canada entstand.

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