Drehorte Potsdam
© PMSG / Julia Nimke

Die Filmstadt Potsdam entdecken

 

Nirgendwo sonst in Deutschland ist das Thema Film so präsent wie in Potsdam, denn nirgendwo anders entstehen hierzulande so viele nationale und internationale Filme und Serien.

Potsdam ist einer der weltweit wichtigsten Standorte der Filmindustrie, beherbergt es doch mit dem Studio Babelsberg das zweitälteste Filmstudio der Welt. Dort fiel bereits vor über hundert Jahren die erste Klappe. Schon lange bevor in Hollywood die ersten Studios gebaut wurden, drehte man in Babelsberg Stummfilme.

Bis heute werden die Hallen intensiv genutzt, nicht nur von deutschen Regisseuren, sondern auch von berühmten Regiegrößen wie Quentin Tarantino, Steven Spielberg, Roman Polański oder Wes Anderson.

 

Neue Berliner Straße im Studio Babelsberg
Studio Babelsberg © Andrea David

 

Nicht umsonst wurde Potsdam 2019 von der UNESCO offiziell zur Creative City of Film erklärt. Doch die Stadt trägt den Titel nicht nur als Standort des Studio Babelsberg, sondern auch, da man das Thema Film als Besucher in Potsdam so vielseitig erleben kann:

Sei es bei Führungen zu Originaldrehorten oder durch die Medienstadt Babelsberg, im Filmmuseum mit Schaudepot, im Filmpark oder in der Villenkolonie Neubabelsberg, in der einst Filmgrößen der Ufa und Defa lebten.

Filmschaffende aus aller Welt drehen nicht nur im ortansässigen Studio, sondern weichen auch immer wieder gerne in die nähere Umgebung aus. Daher kann man Potsdam in zahllosen Filmen und Serien als Kulisse entdecken, auch wenn die Stadt häufig in fremde Rollen schlüpft. Vom ZDF-Krimi bis zur millionenschweren Hollywood-Produktion, die Film-Vita der Stadt ist äußerst vielseitig.

Hier eine Kostprobe, welche Orte man bei einem filmischen Spaziergang durch Potsdam entdecken kann:

 

Die Drehorte in der Potsdamer Innenstadt

Beginnen wir unsere Tour im Zentrum, wo es uns vom Luisenplatz über die Brandenburger Straße, in der sich auch der Boulevard des Films befindet,  ins Holländische Viertel führt. Die beschaulichen Backsteinhäuschen sind eingefleischten ZDF-Zuschauern vermutlich aus „Soko Potsdam“ bekannt. Die selben Straßen kann man auch in „Soko Wismar“ entdecken, da der Baustil hanseatisches Flair vermittelt.

In der fünften Staffel der US-Serie „Homeland“ verschlug es die CIA-Agentin Carrie Mathison (Claire Danes) zu einem geheimen Treffen nach Amsterdam. Die Aufnahmen dafür entstanden in der Realität ebenfalls im Holländischen Viertel.

 

„Homeland“-Drehort Holländisches Viertel, Potsdam © Andrea David
"Homeland"-Drehort Holländisches Viertel, Potsdam
„Homeland“-Drehort Holländisches Viertel, Potsdam © Andrea David

 

Auf dem Weg in Richtung Havelbucht passieren wir den Neuen Markt mit dem Brandenburg-Museum und der Gaststätte „Zur Ratswaage“ .

Diesen Platz kennt man unter anderem aus dem Film „Otto’s Eleven“, in dem Harry Hirsch (Olli Dietrich) auf diesem Platz mit einem Hubschrauber landet und direkt in ein Interview verwickelt wird.

 

Szene aus "Otto's Eleven" in Potsdam
Szene aus „Otto’s Eleven“ in Potsdam © Matze Gebauer-Pieters

 

Nur ein Katzensprung entfernt ist der Alte Markt, welcher seit 2022 ein wichtiger Anlaufpunkt für Fans der Amazon-Prime-Serie „Maxton Hall“ geworden ist:

Die Stufen der St. Nikolaikirche hielten hier mehrfach als Campus der Universität Oxford her.

 

Szene aus "Maxton Hall" in Potsdam
Szene aus „Maxton Hall“ in Potsdam © Matze Gebauer-Pieters
Nikolaikirche Potsdam
Nikolaikirche Potsdam © Andrea David

 

Das gegenüberliegende Museum Barberini wurde in der ersten Staffel zur Außenkulisse des Londoner Luxusgeschäft Beaufort.

 

Szene aus "Maxton Hall" in Potsdam
Szene aus „Maxton Hall“ in Potsdam © Matze Gebauer-Pieters

 

 

Ein Filmmuseum & ein Garten voller Filme

Wer sich bereits in der Innenstadt befindet und noch mehr über die Filmgeschichte der Stadt erfahren möchte, sollte unbedingt dem Filmmuseum Potsdam einen ausgedehnten Besuch abstatten.

Neben vielen Fotos, Videos und Hintergrundinformationen, kann man hier unzählige originale Filmrequisiten und wechselnde Ausstellungen bestaunen.

 

Filmmuseum Potsdam
Filmmuseum Potsdam © Andrea David

 

In der Altstadt stoßen wir auf die Havel, die ebenfalls schon in vielen Produktionen eine kleine Nebenrolle übernahm. So finden wir zum Beispiel im Neuen Garten die Gebäudereihe des Holländischen Etablissements.

Die kleinen Backsteinhäuser wurden in vergangenen Zeiten von den Gärtnern der Schlossanlage als Unterkunft genutzt. In der Serie „Maxton Hall“ wohnt hier die Hauptfigur Ruby Bell (Harriet Herbig-Matten) in England.

Etwas weiter südlich finden wir, an der Neustädter Havelbucht, das Café Seerose. Dieses stellt in der Netflix-Serie „Kleo“ das Café Sputnik dar, in dem sich Kleo Straub (Jella Haase) mit ehemaligen Agenten trifft.

 

Kleo Drehorte
Szene aus „Kleo“ am Café Seerose, Potsdam © Matze Gebauer-Pieters

 

Am nördlichen Teil der Potsdamer Havel kreuzt jeder Rad- und Autofahrer irgendwann die Glienicker Brücke. Im Jahr 2014 wurde die Brücke und deren Umgebung weiträumig gesperrt, mit Kunstschnee besprüht und per Setdesign zurück in der Kalten Krieg versetzt.

Hier drehte Steven Spielberg, zusammen mit Tom Hanks und Mark Rylance in den Hauptrollen, die finale Szene für den Film „Bridge of Spies“.

Während der deutsch-deutschen Teilung war die Brücke als Agenten-Austausch-Brücke bekannt und hier hat auch in der Realität der Austausch von Abel gegen Powell stattgefunden.

 

Die Glienicker Brücke aus "Bridge of Spies" zwischen Berlin und Potsdam
Die Glienicker Brücke aus „Bridge of Spies“ zwischen Berlin und Potsdam © Andrea David

 

Blickt man von der Glienicker Brücke aus Richtung Norden, entdeckt man am Ufer die Heilandskirche am Port von Sacrow.

Die 1844 erbaute Kirche mit dem freistehenden Glockenturm ist eine beliebte Hochzeitslocation, doch im Film „Keinohrhasen“ scheitert Nora Tschirner als Anna hier mit ihrem Liebesgeständnis an Ludo (Til Schweiger), da die vorbeifahrenden Schiffe ihre Worte übertönen.

 

Drehort für "Keinohrhasen", Heilandskirche am Port von Sacrow, Potsdam
Drehort für „Keinohrhasen“, Heilandskirche am Port von Sacrow, Potsdam © Andrea David
Heilandskirche am Port von Sacrow, Potsdam
Drehorte in Brandenburg

 

Potsdams beliebteste Sehenswürdigkeit ist und bleibt der Park Sanssouci mit seinen prachtvollen Gärten und Schlössern.

 

Park Sanssouci, Potsdam
Park Sanssouci, Potsdam © PMSG / Julia Nimke

 

Eines der bekanntesten Fotomotive hier sind die berühmten Weinbergterrassen, die man unter anderem in dem Film „Aeon Flux“ sehen kann.

Hier kämpft sich Charlize Theron als Titelheldin durch das Labyrinth.

 

Szene aus "Aeon Flux" in Potsdam
Szene aus „Aeon Flux“ in Potsdam © Matze Gebauer-Pieters

 

Etwa einen Kilometer weiter westlich befindet sich das Orangerieschloss, das unter anderem von Jackie Chan und Steve Coogan in der 2004er-Romanverfilmung von „In 80 Tagen um die Welt“ besucht wurde.

Das Schloss wurde hier filmgeografisch nach Istanbul versetzt.

 

Szene aus "In 80 Tagen um die Welt" in Potsdam
Szene aus „In 80 Tagen um die Welt“ in Potsdam © Matze Gebauer-Pieters

 

Noch im selben Jahr tanzte Kevin Spacey im Biopic „Beyond the Sea“ auf der Brunnenkante davor. Zuletzt sah man das Schloss in der Amazon-Prime-Serie „Miss Sophie“, für die auch viele Aufnahmen im Hof des Neuen Palais gedreht wurden.

Dieses wiederum nutzte bereits Stanley Kubrick in den Siebzigern für seinen Historienfilm „Barry Lyndon“ als Drehort.

 

Zu Besuch in Babelsberg

Bei einem filmischen Besuch in Potsdam darf natürlich auch der Stadtteil nicht fehlen, der hier für den Begriff „Traumfabrik“ steht wie kein anderer: Babelsberg.

Hier entstanden bereits 1912 die ersten Filme. Erst stumm, dann mit Ton. Erst nur deutsche Produktionen, dann international.

 

Rezeption aus "The Grand Budapest Hotel", Studio Babelsberg, Potsdam
Rezeption aus „The Grand Budapest Hotel“, Studio Babelsberg, Potsdam © Andrea David

 

Das Studio Babelsberg spielt heute in der obersten Riege der weltweit agierenden Filmstudios mit. Seit 2016 dient zudem das Metropolitan Backlot „Neue Berliner Straße“ als vielseitige Kulisse:

Ob als Berlin der Zwanzigerjahre in der Serie „Babylon Berlin“, als New York im Film „Matrix Resurrections“ oder als Phönizien in Wes Andersons „Der phönizische Meisterstreich“. Bei dem Studioset handelt sich dabei um eine der größten Außenkulissen der Welt.

 

Szene aus „Babylon Berlin“ in der Neuen Berliner Straße, Studio Babelsberg
Szene aus „Babylon Berlin“ in der Neuen Berliner Straße, Studio Babelsberg © Andrea David
Neue Berliner Straße im Studio Babelsberg
Neue Berliner Straße im Studio Babelsberg © Andrea David

 

Die Studios selbst können leider nicht mehr besucht werden, zu bestimmten Terminen gibt es jedoch eine Führung durch die Medienstadt Babelsberg, bei der man Einblicke in die aufregende Welt des Films und das kreative Schaffen dahinter bekommt.

Auch in unmittelbarer Umgebung des Studios kann man Drehorte entdecken. In der Villenkolonie befindet sich beispielsweise in der Donarstraße 4 das Haus aus „Kleo“ oder in der Rudolf-Breitscheid-Straße 220 die Villa aus „In Zeiten des abnehmenden Lichts“.

 

Kleo Drehorte
Szene aus „Kleo“ in Babelsberg, Potsdam © Matze Gebauer-Pieters

 

Den Abschluss unserer Filmtour bildet der Filmpark Babelsberg.

Bei diesem handelt es sich um einen Freizeitpark mit einem Mix aus Entertainment und Blick hinter die Kulissen von Film und Fernsehen.

 

Filmpark Babelsberg
Filmpark Babelsberg © Andrea David
Kiosk aus "Sonnenallee", Filmpark Babelsberg
Kiosk aus „Sonnenallee“, Filmpark Babelsberg © Matze Gebauer-Pieters

 

Zwischen Attraktionen und Ausstellungsbereichen lassen sich zahlreiche Originalkulissen und Requisiten aus bekannten Serien und Filmen aufspüren.

So findet man hier unter anderem den originalen Bauwagen aus der Serie „Löwenzahn“ mit Peter Lustig, den Kiosk aus „Sonnenallee“, die Dampflock „Emma“ aus den „Jim Knopf“-Filmen oder die Militärfahrzeuge aus George Clooneys „Monuments Men“.

 

Original-Bauwagen aus "Löwenzahn", Filmpark Babelsberg
Original-Bauwagen aus „Löwenzahn“, Filmpark Babelsberg © Matze Gebauer-Pieters
Dampflok Emma im Lummerland, Filmpark Babelsberg
Dampflok Emma im Lummerland, Filmpark Babelsberg © Matze Gebauer-Pieters

 

Zu guter Letzt ein Tipp für alle , die noch tiefer in die Filmhistorie von Potsdam eintauchen möchte:

Bei der Filmuniversität Babelsberg in der Marlene-Dietrich-Allee befindet sich das Schaudepot des Filmmuseums.

 

Schaudepots des Filmmuseums, Babelsberg, Potsdam
Schaudepots des Filmmuseums, Babelsberg, Potsdam © PMSG / Maike Wiegmann

 

Hier kann man, in vorheriger Absprache, einen Einblick in die Geschichte der Ton- & Kameratechnik, sowie auf archivierte Filmrequisiten bekommen. Einzelne Ausstellungsobjekte kann man ab April 2026 sogar per App erkunden.

 

 

Weitere Informationen:

Die Filmstadt Potsdam erleben
Filmmuseum Potsdam
Boulevard des Films
Potsdam-Podcast: Hinter den Kulissen

 

Filmtouren in Potsdam:

Filmtour – Drehorte zu Fuß erkunden
Medienstadt Babelsberg – Wo Filme entstehen
Babelsberg – Filmstars, Villen, Weltgeschichte
Und bitte! – Die Filmstadt Potsdam
Filmführungen für Gruppen

 

Verwandte Artikel im Reiseblog:

Maxton Hall – Die Welt zwischen uns
Filmpark Babelsberg
Auf den Spuren von „Kleo“
Drehorte in Brandenburg entdecken

 

 

Offenlegung: Dieser Beitrag entstand mit Unterstützung der Potsdam Marketing und Service GmbH.

Das perfekte Geschenk für Filmfans!

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