Die Sümpfe der Everglades, die Strände von Miami Beach oder die Seven Mile Bridge auf den Keys. In Florida wimmelt es nur so von berühmten Filmschauplätzen. Doch manchen Drehort würde man dagegen nicht unbedingt im Sunshine State vermuten. Daher habe ich auf meinem Florida Roadtrip nicht nur die Hot Spots, sondern auch die geheimen Filmschätze erkundet. Von der Smaragdküste bis Key West. Von Truman und Tarzan bis Bond und Bad Boys. Nachreisen ausdrücklich erlaubt!

 

Floridas Nordwesten: Tarzan und die Truman Show

Meine Filmreise durch Florida beginnt in einem kleinen Küstenstädtchen mit pastellfarbenen Häusern und einem weißen Strand am türkisblauen Meer. Seaside sieht aus wie Florida aus dem Bilderbuch. Im Film „Die Truman Show“ entpuppt sich der Ort unter dem Namen Seahaven als Schauplatz einer Dauer-Realityshow mit Jim Carrey in der Rolle des unfreiwilligen Protagonisten. In Realität ist das Städtchen ein Feriendorf, das 1981 nach dem „New Urbanism“ Modell geplant wurde und hauptsächlich aus Sommerhäusern besteht.

Strand in Seaside, Florida

Strand in Seaside, Florida © Andrea David

Promenade in Seaside, Florida

Promenade in Seaside, Florida © Andrea David

Ich bin wirklich erstaunt, dass es diese Filmkulisse in Wirklichkeit gibt. Umso mehr als ich schließlich vor Truman Burbanks Haus in der Natchez Street stehe. Obwohl die 31 die richtige Hausnummer ist, prangt über dem Hauseingang immer noch die Nummer 36 aus dem Film. „Guten Morgen! Oh, und falls wir uns nicht mehr sehen: Guten Tag, guten Abend und gute Nacht!“, verkündet Truman genau an dieser Stelle, unwissend, dass er dabei Millionen Zuschauer hat. Die Besitzer scheuen die filmische Berühmtheit nicht: Am Zaun hängt ein Schild mit der Aufschrift The Truman House.

Drehort aus der "Truman Show", The Truman House in Seaside, Florida

Drehort aus der „Truman Show”, The Truman House in Seaside, Florida © Andrea David

Die Straßen von Seahaven liegen also in Wahrheit nicht in den Hollywood Hills und kommen ganz ohne gigantische Kuppel aus. Jedenfalls ist mir bei meinem Rundgang kein Schweinwerfer vor die Füße gefallen. Nur der Slogan von Seaside „A simple, beautiful life“ macht mich kurz etwas stutzig, erinnert er mich doch stark an „Seahaven - A nice place to live“. Doch während Truman im Film die Flucht aus Seahaven gelang, mag ich hier am liebsten gar nicht mehr weg.

Der Ausblick auf mein nächstes Ziel lässt mich dann allerdings doch freudig weiterziehen. Nahe der Hauptstadt Tallahassee befindet sich der Wakulla Springs State Park, ein wahrer Urwald wie gemacht für Dschungelfilme. In den vierziger Jahren wurden hier einige Tarzan-Filme mit Johnny Weissmüller gedreht, darunter „Tarzans geheimer Schatz“ und „Tarzans Abenteuer in New York“. Hohe Bäume, behangen mit Spanischem Moos, boten dafür die perfekte Kulisse.

Wakulla Springs State Park, Florida

Wakulla Springs State Park, Florida © Andrea David

Auf einer Bootstour begegne ich hier vielen Alligatoren, die jedoch keinen bedrohlichen Eindruck auf mich machen, sondern lammfromm zwischen Schildkröten und Kormoranen weilen. Einmal taucht sogar kurz eine Manatee-Nase neben mir auf. Die friedlichen Seekühe sind hier jedoch vor allem während der Wintermonate zu sehen, wenn es ihnen in anderen Gewässern Floridas zu kalt wird.

Wakulla Springs State Park, Florida

Wakulla Springs State Park, Florida © Andrea David

Wakulla Springs gehört zu den größten Süßwasserquellen weltweit und diente aufgrund des klaren Wassers schon früh für Unterwasseraufnahmen in verschiedenen Filmproduktionen, wie zum Beispiel dem Horrorklassiker „Der Schrecken vom Amazonas“ von 1954. Davon zeugt noch heute das Hole in the Water in dem sich der Kameramann während der Aufnahmen befand. Den Sprungturm an der Badestelle verdanken die Gäste hier übrigens Tarzan, denn er wurde eigens für die damaligen Dreharbeiten gebaut.

Drehort aus "Der Schrecken vom Amazonas", Wakulla Springs State Park, Florida

Drehort aus „Der Schrecken vom Amazonas”, Wakulla Springs State Park, Florida © Andrea David

Direkt bei den Wakulla Springs befindet sich seit etwa 80 Jahren eine Lodge, in der man auch heute noch übernachten kann. Die Zeit scheint hier stehengeblieben zu sein. In der Lobby hängen alte Fotos und Filmplakate. In einem gläsernen Kasten ruht Old Joe, ein vier Meter langer Alligator, der 1966 von einem Unbekannten erschossen wurde. Und in der Lodge at Wakulla Springs hat während der Tarzan-Produktion in den 40ern natürlich auch Johnny Weissmüller genächtigt.

 

Kultige Drehorte rund um Tampa und Orlando

Orlando ist mit seinen zahlreichen Themenparks ein regelrechtes Entertainment-Imperium und auch Filmfans können sowohl im World Disney World Resort als auch im Universal Orlando Resort tief in die berühmten Leinwand-Welten eintauchen. Wer der Kunstwelt jedoch einmal den Rücken zudrehen möchte, findet auch im Zentrum Floridas viele Schauplätze alter Filmklassiker, die mehr vom wahren Florida zeigen:

Vom Norden herkommend, lohnt ein Stopp am Silver Springs State Park. Dort ist das Wasser so klar wie in Wakulla Springs und auf einer Tour mit dem Glasbodenboot kann man hier tief hineinblicken. Neben der Tier- und Pflanzenwelt sieht man sogar noch das ein oder andere Filmrequisit, denn auch hier entstanden viele Unterwasseraufnahmen für Filme. Zu den bekanntesten gehören die James-Bond-Filme „Sag niemals nie“, „Feuerball“ und „Moonraker“ mit der Kampfszene zwischen Roger Moore und einer Pythonschlange.

Glasbodenboot im Silver Springs State Park, Florida

Glasbodenboot im Silver Springs State Park, Florida © Andrea David

Unterwasser-Requisiten im Silver Springs State Park, Florida

Unterwasser-Requisiten im Silver Springs State Park, Florida © Andrea David

In den 30ern schwang sich hier ebenfalls Johnny Weissmüller von Baum zu Baum, in seinem ersten Tarzan-Auftritt in „Tarzan, der Affenmensch“. Auf Nachfrage zeigt mir der Bootsführer den berühmten Tarzan Tree und die Stelle am Sun Deck, wo der Kiemenmensch in „Der Schrecken vom Amazonas“ die Frau entführt. Der lange Steg aus dem Film ist weg, doch die Natur rundherum erinnert durchaus an die fiktive Schwarze Lagune mit der unheimlichen Kreatur. Ein Schild warnt vor Alligatoren. Tipp: Im Hauptgebäude unbedingt einen Blick auf die tollen Aufnahmen von Tierfotograf Mark Emery in der Gator Gallery werfen.

Tarzan Tree im Silver Springs State Park, Florida

Tarzan Tree im Silver Springs State Park, Florida © Andrea David

Gator Gallery im Silver Springs State Park, Florida

Gator Gallery im Silver Springs State Park, Florida © Andrea David

Nachdem ich in Orlando das Universal Orlando Resort besucht habe, geht meine Reise von dort aus weiter zum Kennedy Space Center. Mit dem Besuch des Weltraumbahnhofs der NASA erfüllt sich einer meiner Kindheitsträume und meine ohnehin schon hohen Erwartungen werden sogar noch übertroffen: Im Visitor Complex beeindruckt mich am meisten das Space Shuttle Atlantis, das man dort nach über 33 Missionen und 126 Millionen Meilen Raumfahrt im Original bewundern kann. In der Shuttle Launch Experience fühle ich in einer Simulation eins zu eins nach, wie die Astronauten einen Start im Space Shuttle erleben. Wirklich genial gemacht!

Space Shuttle Atlantis im Kennedy Space Center, Florida

Space Shuttle Atlantis im Kennedy Space Center, Florida © Andrea David

Etliche Filme wurden bereits am Cape Canaveral gedreht, z.B. „Armageddon“, „Men in Black 3“, „Contact“, „Apollo 13“ oder auch „Der Marsianer“, für den die Produktion einige Raketenstarts aufnehmen durfte, darunter auch das Abheben der Orion im Dezember 2014.

Auf einer Bustour komme ich am Vehicle Assembly Building vorbei, das ebenfalls schon häufig auf der Leinwand zu sehen war. In diesem Montagegebäude, das mit einer Höhe von 160 m zu den größten Hallen der Welt zählt, wurden die Saturn-Raketen senkrecht zusammengebaut und die Space Shuttle für ihren Start vorbereitet. Auch wenn man das Gebäude als Besucher nicht betreten darf, finde ich es toll, es einmal mit eigenen Augen zu sehen.

Vehicle Assembly Building, Kennedy Space Center

Vehicle Assembly Building, Kennedy Space Center, Florida © Andrea David

Die Bustour endet schließlich am Apollo/Saturn-V Center, worin sich die größte Rakete befindet, die je geflogen ist. Die hundert Meter lange Saturn V Rakete wurde übrigens für die per CGI bearbeiteten Aufnahmen im Film „First Man – Aufbruch zum Mond“ mit Ryan Gosling in der Rolle von Neil Armstrong verwendet. Und auch der Astrovan, der dort ausgestellt ist, wurde für den selben Film genutzt. Rund um die Rakete sind unzählige weitere Exponate der Apollo-Missionen und der Mondlandung ausgestellt. Mein Highlight ist ein echtes Stück Mondgestein, das man sogar anfassen darf.

Saturn V Rakete im Kennedy Space Center

Saturn V Rakete im Kennedy Space Center, Florida © Andrea David

Zurück im Kennedy Space Center Visitor Complex warten noch unheimlich viele spannende 3D-Attraktionen, der Rocket Garden, die Ausstellung „Journey to Mars“ und die Astronaut Hall of Fame auf mich. Mein Tipp: Wer alles erkunden möchte, sollte locker einen ganzen Tag einplanen.

Mein nächstes Ziel heißt Tampa. Dort wurde unter anderem „The Punisher“ (2004) und „Die Insel der besonderen Kinder“ gedreht. Ich nutze die Stadt als Ausgangspunkt für die Locations meines Lieblingsfilms von Tim Burton, „Edward mit den Scherenhänden“. Dazu gehört das Städtchen Lutz, nördlich von Tampa, wo sich die Straße befindet, in der Edward fleißig Hecken und Nachbarn frisierte.

Drehort aus "Edward mit den Scherenhänden", Lutz, Florida

Drehort aus „Edward mit den Scherenhänden”, Lutz, Florida © Andrea David

Die Häuser entlang des Tinsmith Circle am Carpenters Run sind längst nicht mehr bunt gestrichen und in den 30 Jahren seit dem Dreh sind hohe Bäume gewachsen, so dass es richtige Detektivarbeit ist, die einzelnen Drehorte aus dem Film auszumachen. Als ich gerade das Wohnhaus mit der Hausnummer 1774, in dem Edward im Film zeitweise lebt, betrachte, kommt einer der Nachbarn auf mich zu. Zuerst befürchte ich, er sei misstrauisch, was ich hier so treibe, doch natürlich hat er mich längst als Filmtouristin enttarnt und zeigt mir stolz seinen Stapel Fotos vom damaligen Filmset.

Drehort aus "Edward mit den Scherenhänden", Lutz, Florida

Drehort aus „Edward mit den Scherenhänden”, Lutz, Florida © Andrea David

Wie sich im Laufe des Gesprächs herausstellt, ist er der einzige Anwohner hier, der auch schon zur Zeit der Dreharbeiten hier gelebt hat und nicht erst später hergezogen ist. Dank der Fotos habe ich langsam den Überblick und erkenne, dass auch das Eingangstor zu Edwards Schloss hier in einer Sackgasse aufgebaut wurde. Ein Hügel gibt es am Ende der Straße in Realität jedoch nicht und die Schlossszenen wurden wie erwartet im Studio aufgenommen.

Vierzig Autominuten östlich von Tampa, in Lakeland, finde ich den Supermarkt, in dem Edward seinen eigenen Haarsalon aufmachen soll. Es ist der Southgate Shopping Center, 2500 South Florida Avenue, und der riesige Schriftzug sieht immer noch gleich aus.

Southgate Shopping Center, Lakeland, Florida

Southgate Shopping Center, Lakeland, Florida © Andrea David

Tipp: Nur zwanzig Minuten weiter südlich, im kleinen Städtchen Bartow, 555 East Stanford Street, steht das Haus, das in „My Girl“ zu Sultenfoss Parlor wurde. Hier saßen Vada und ihr Freund Thomas kartenspielend auf der Veranda. Früher war hier sogar mal ein Bed & Breakfast, mittlerweile ist es jedoch leider geschlossen.

Drehort aus "My Girl", Bartow, Florida

Drehort aus „My Girl”, Bartow, Florida © Andrea David

 

Kult-Drehort Miami Beach

Miami Vice, Dexter, Bad Boys… sie alle legen sich gehörig ins Zeug, wenn in Miami Beach mal wieder ein Verbrechen aufgeklärt werden muss. Dabei liegen die markanten Drehorte recht eng beieinander, die meisten davon entlang des berühmten Ocean Drive mit seinen vielen Art-déco-Hotels. Besonders häufig wird vor dem The Carlyle gefilmt, das in der Komödie „The Birdcage“ mit Robin Williams sogar in einen Nachtclub verwandelt wird. Und auch die Bande um Tony Montana in „Scarface“ kommt hier mit dem Wagen vorbei.

Miami Skyline, Florida

Miami Skyline, Florida © Andrea David

Drehort aus "Miami Vice", The Carlyle, Miami, Florida

Drehort aus „Miami Vice”, The Carlyle, Miami, Florida © Andrea David

Apropos „Scarface“: Während viele Szenen in Kalifornien gedreht wurden, entstand die berüchtigte Kettensägen-Szene tatsächlich auch am Ocean Drive in Miami Beach. Das Gebäude, in dem im Film ein Drogendeal komplett schiefläuft (und äußerst blutig endet), beherbergt nun ironischerweise einen Drug Store. Neben der Treppe entdecke ich ein Schild, das auf das Hollywood Landmark hinweist. Direkt nebenan befindet sich das Beacon Hotel, 720 Ocean Drive, vor dem in der zweiten Episode von „Dexter“ der gesuchte Ice Truck parkt.

Drehort aus "Scarface", The Beacon Hotel, Miami, Florida

Drehort aus „Scarface”, The Beacon Hotel, Miami, Florida © Andrea David

"Scarface" Staircase, Ocean Drive, Miami, Florida

„Scarface” Staircase, Ocean Drive, Miami, Florida © Andrea David

Im ersten „Bad Boys”-Film ist unter anderem das Tropics Hotel an der Collins Ave zu sehen. Wie ich von einem Passanten erfahre, wurde nicht weit von hier auch für den dritten Teil „Bad Boys for Live”, der im Januar 2020 in die Kinos kommt, gedreht. Ich bin gespannt, welche Orte ich dann alle wiedererkenne.

Drehort aus "Bad Boys", Tropics Hotel, Miami, Florida

Drehort aus „Bad Boys”, Tropics Hotel, Miami, Florida © Andrea David

Ein berühmtes Filmhotel in Miami Beach darf hier natürlich nicht unerwähnt bleiben: das Luxushotel Fontainebleau. Whitney Houston hat hier einen großen Auftritt in „Bodyguard“, die Police Academy checkt hier im fünften Film “Auftrag Miami Beach” ein, ebenso wie Terence Hill und Bud Spencer in „Zwei bärenstarke Typen“. Der Poolbereich diente außerdem als Schauplatz in „Scarface“ und im James-Bond-Film „Goldfinger“. Bei letzterem wurde dieser allerdings, heute leicht erkennbar, als Hintergrund in den Film montiert.

Drehort aus "Police Academy 5", Fontainebleau, Miami, Florida

Drehort aus „Police Academy 5”, Fontainebleau, Miami, Florida © Andrea David

Eine entspannte Abwechslung zum Trubel des Ocean Drive in Miami Beach ist das schöne Viscaya Museum südlich von Downtown Miami. Dieses diente als Kulisse für „Ace Ventura“, „Bad Boys 2“ und „Iron Man 3“. Bei meinem Spaziergang durch die Gärten habe ich das Gefühl, ich sei plötzlich in Italien gelandet.

Viscaya Museum, Miami, Florida

Viscaya Museum, Miami, Florida © Andrea David

Drehort aus "Iron Man 3", Viscaya Museum, Miami, Florida

Drehort aus „Iron Man 3”, Viscaya Museum, Miami, Florida © Andrea David

Das Einzige, was mich hier etwas aus der Ruhe bringt, sind die riesigen Leguane, die jedoch als überzeugte Vegetarier keine Gefahr darstellen und ebenfalls nur ihre Ruhe haben wollen.

Leguan im Viscaya Museum, Miami, Florida

Leguan im Viscaya Museum, Miami, Florida © Andrea David

 

Die Florida Keys für Filmfans

Mein filmischer Roadtrip durch den Sunshine State wäre freilich nicht komplett ohne einen Besuch der Inselkette Florida Keys. Zu den größten Überraschungen dort gehört für mich das über 100 Jahre alte Dampfboot, dessen Name bereits verrät, in welchem Filmklassiker es 1951 seinen Auftritt auf der großen Leinwand hatte: die African Queen. Während sie am Filmende effektvoll in die Luft flog, steht sie in Realität in einem kleinen Hafen auf Key Largo und schippert regelmäßig Besucher aus aller Welt durch die Kanäle von Port Largo. Ganz blutegelfrei!

Fahrt mit der "African Queen" in Key Largo, Florida Keys

Fahrt mit der „African Queen” in Key Largo, Florida Keys © Andrea David

Der Kapitän der rüstigen African Queen weiß einiges an Hintergrundinfos zum damaligen Dreh zu berichten und ist sogar im Besitz der originalen Gin-Flasche aus dem Film. Wer nun denkt, die Flussszenen wurde ebenfalls in Florida gedreht, irrt sich: Humphrey Bogart und Katharine Hepburn waren an Bord der African Queen tatsächlich auf den Flüssen Afrikas, genauer der Demokratischen Republik Kongo und Ugandas, unterwegs.

"African Queen" in Key Largo, Florida Keys

„African Queen” in Key Largo, Florida Keys © Andrea David

Nur fünf Meilen entfernt vom berühmten Filmboot befindet sich der Caribbean Club, die älteste Bar der Upper Keys. Hier entstanden die Außenaufnahmen für „Gangster in Key Largo“ (1948), ebenfalls mit Humphrey Bogart in der Hauptrolle. Das Innere des Clubs baute man für den Dreh im Studio nach. Die Bar wurde seither immer wieder mal als Drehort genutzt, zum Beispiel für die Netflix-Serie „Bloodline“ und den Thriller „Blood and Wine“ mit Jack Nicholson. Es lohnt sich, hier den Smoked Fish zu probieren.

Caribbean Club, Key Largo, Florida Keys

Caribbean Club, Key Largo, Florida Keys © Andrea David

Hauptschauplatz für „Bloodline“ ist das luxuriöse Moorings Village & Spa in Islamorada auf den Middle Keys, wo die gut situierten Rayburns in der Serie ein stattliches Gasthaus am Strand betreiben. „Bloodline“-Fans werden außerdem das öffentlich zugängliche Morada Bay Beach Cafe wiedererkennen, mein persönliches Lieblingsplätzchen in Islamorada: sehr entspannte Atmosphäre direkt am Strand und richtig leckere Snacks. Ich empfehle besonders das Tuna Takaki mit Avocado und Ingwer. Und auch im Atlantic’s Edge Restaurant der Cheeca Lodge kann bestens man à la Bloodline speisen.

Morada Bay Beach Cafe, Islamorada, Florida Keys

Morada Bay Beach Cafe, Islamorada, Florida Keys © Andrea David

"Bloodline" Dreh in der Chica Lodge, Islamorada, Florida Keys

„Bloodline” Dreh in der Chica Lodge, Islamorada, Florida Keys © Andrea David

Für den Film „Roter Drache“, dem Vorgänger von „Das Schweigen der Lämmer“, bezog das Produktionsteam das Islander Resort, ebenfalls in Islamorada. Während hier die Filmtrailer parkten, drehte man nebenan auf einem privaten Anwesen mit Steg. Im Film ist es als Haus des FBI-Agenten Will Graham (Edward Norton) zu sehen, wo sich auch der packende Showdown zu Ende des Films ereignet.

Drehort aus "Roter Drache", Islander Resort, Islamorada, Florida Keys

Drehort aus „Roter Drache”, Islander Resort, Islamorada, Florida Keys © Andrea David

Zwischen Marathon und Bahia Honda Key erstreckt sich die Seven Mile Bridge. Die alte Brücke, die parallel zur neuen verläuft, ist bekannt für eine ganze Reihe an spektakulären Filmszenen. Dazu gehört die Eröffnungssequenz in „Lizenz zum Töten“, in der der Gefangenentransport von der Brücke stürzt, die explosive Verfolgungsjagd mitsamt Hubschrauber in „True Lies“ und einige actionreiche Szenen in „2 Fast 2 Furious”. Da die alte Brücke bis 2021 wegen Bauarbeiten gesperrt ist, habe ich eine Bootstour zur Pigeon Key gemacht, die sich direkt unter der Brücke befindet. Früher lebten hier die Arbeiter, die die Eisenbahnbrücke gebaut haben. Ein kleines Museum zeugt noch von dieser Zeit.

Drehort aus "Lizenz zum Töten", Seven Mile Bridge, Florida Keys

Drehort aus „Lizenz zum Töten”, Seven Mile Bridge, Florida Keys © Andrea David

Pigeon Key, Florida Keys

Pigeon Key, Florida Keys © Andrea David

In Key West kommt meine Florida-Filmreise schließlich zum Abschluss. Dort wartet jedoch noch eine Reihe an besonderen Erlebnissen auf mich. Zum einen kulinarisch bei einem Stopp im Hogfish Bar & Grill. Als Seafood-Fan kann ich dort gar nicht genug von Tuna und Shrimps bekommen. Dennoch bin ich froh noch etwas Platz im Magen für den obligatorischen Key Lime Pie gelassen zu haben. Die Bar gehört im Film „Beach Bum“ zu den Lieblingsplätzen des Lebenskünstlers Moondog (Matthew McConaughey) und stellte zudem in „Man vs Food“ Adam Richman mit dem Killer Hogfish Sandwich vor Herausforderungen.

Drehort aus "Beach Bum", Hogfish Bar & Grill, Florida Key

Drehort aus „Beach Bum”, Hogfish Bar & Grill, Florida Keys © Andrea David

Key Lime Pie im Hogfish Bar & Grill, Florida Keys

Key Lime Pie im Hogfish Bar & Grill, Florida Keys © Andrea David

Das Hemingway Haus gehört auch für Filmlaien zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Key West. Doch 007-Fans wissen: Auf der Veranda des Anwesens, in dem Ernest Hemingway fast zehn Jahre lebte, verlor James Bond (Timothy Dalton) seine „Lizenz zum Töten“. Etliche Plakate im Haus zeigen außerdem die vielen Filme, die auf Basis von Hemingways Werken entstanden. Neben den Filmplakaten haben es mir vor allem die Katzen angetan, die jetzt die rechtmäßigen Bewohner dieser bekannten Immobilie sind. Die mehr als fünfzig Katzen sind teilweise die Nachkommen von Snow White, Hemingways erster Sechs-Zehen-Katze, und leben hier wie die Könige.

Hemingway Haus, Key West, Florida Keys

Hemingway Haus, Key West, Florida Keys © Andrea David

Drehort aus "Lizenz zum Töten", Hemingway Haus, Key West, Florida Keys

Drehort aus „Lizenz zum Töten”, Hemingway Haus, Key West, Florida Keys © Andrea David

Das Beste kommt zum Schluss: Um Key West ganz nach Bondmanier auch von oben erleben zu können, geht es für mich – im Gegensatz zu 007 allerdings ohne Fallschirm - am letzten Reisetag mit dem Helikopter in die Luft. Ich habe mich für die 20-minütige Eco Tour von Air Adventures entschieden, um auch ein paar Meeresbewohner sehen zu können. Und tatsächlich erspähe ich im seichten, grünschimmernden Wasser unter mir Haie und Rochen sowie viele kleine Inseln.

Helikopterflug, Florida Keys

Helikopterflug, Florida Keys © Andrea David

Helikopterflug, Florida Keys

Helikopterflug, Florida Keys © Andrea David

Mit diesen tollen Eindrücken fällt mir der Abschied von Florida natürlich umso schwerer, doch sie wirken noch lange nach. Und zuhause weiß ich ja jetzt mit welchen Filmen ich mich schnell wieder in Florida-Feeling versetzen kann…

 

 

Touren:
Wakulla Springs Boat Tour
Kennedy Space Center: Ticket ohne Anstehen
Art déco Fahrradtour in Miami
Ausflug zum Everglades Nationalpark
Helikopter Eco Tour Key West

 

Hotels:
The Lodge at Wakulla Springs
Grand Hyatt Tampa Bay
Cabana Bay Beach Resort Orlando
Kimpton Angler‘s Hotel Miami Beach
The Carlyle Miami Beach
Fontainebleau Miami Beach
Cheeca Lodge Islamorada
The Marker Waterfront Resort Key West

 

Linktipps:
Viscaya Museum & Gardens
African Queen
Caribbean Club
Hogfish Bar & Grill
Hemingway Home

 

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Offenlegung: Dieser Roadtrip wurde teilweise von Visit Florida unterstützt.

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