Filmstart: 9. November 2017

Eines der berüchtigsten Verbrechen der Literaturgeschichte wurde von und mit Kenneth Branagh als berühmten Detektiv Hercule Poirot sowie einer hochkarätigen Besetzung, darunter Penelope Cruz, Willem Dafoe, Judi Dench, Johnny Depp und Michelle Pfeiffer, neu aufbereitet. „Mord im Orient-Express“, der 14. Kriminalroman von Agatha Christie, erschien 1934 und zählt wegen seines genialen Plots als Meisterwerk der Gattung: Nach dem Mord an einem reichen Geschäftsmann, der an Bord eines noblen europäischen Zuges durch eine tief verschneite Winterlandschaft Richtung Westen reist, muss der belgische Detektiv alle seine „kleinen grauen Zellen“ mobilisieren. Es gilt, den raffinierten Mörder zu entlarven, bevor er oder sie ein zweites Mal zuschlägt.

Seit Generationen fesselt das Buch seine Leser, dank der Spannung, des Verbrechens, der Story und der Figur des Hercule Poirot. Die Anziehungskraft des Orient-Express wurde durch Christies Werk befeuert, Reisende buchen heute noch gerne den legendären, immer noch im Betrieb befindlichen Zug, um dessen berühmte Luxusabteile zu bestaunen. Genauso wie das Zimmer 411 im Istanbuler Pera Palace Hotel, wo Christie angeblich ihren Roman zu Papier gebracht hat.

Pera Palace Hotel, Istanbul © Andrea David

Für die Eingangssequenzen des Filmes, welche in Jerusalem spielen, reiste das Filmteam nach Valetta auf Malta. „Unser Film beginnt an der Klagemauer in Jerusalem und das erste Problem, dem sich Poirot stellen muss, hat an sich mit religiösen Inhalten zu tun oder mit einer religiösen Auseinandersetzung, die an einem lebhaften, sehr lauten und überfüllten Platz stattfindet,“ sagt Branagh. Für den Regisseur war es wichtig, dass das Publikum etwas von Poirot und seiner Art zu Denken weiß, bevor er zum Orient Express kommt.

© 2017 Twentieth Century Fox

In der zentralen Geschichte startet schließlich der große und glamouröse Orient-Express in Istanbul und fährt durch die dinarischen Alpen im ehemaligen Jugoslawien, wo er durch eine Schneelawine gestoppt wird. Irgendwann ist der Zug wieder frei und fährt über Brod durch Italien, über die Schweiz und Frankreich bis zu Endhaltestelle Victoria Station.

Der überwiegende Teil des Films wurde in den Longcross Studios in England gedreht. Dort wurde sowohl der Istanbuler Bahnhof Stamboul als auch der Orient Express nachgebaut, wodurch die eingesetzten 65mm Kameras innerhalb und außerhalb der Bauten sowie auch nach oben und unten bewegt werden konnten. „Dadurch hatten wir viel mehr Kontrolle über die Art und Weise, wie wir diese Reise präsentieren wollten“, sagt Branagh. „Produktionsdesigner Jim Clay und sein Team hatten sehr genau recherchiert. Und dann brachte er sein ganzes Können in dieses perfekte Set ein.“

© 2017 Twentieth Century Fox

James Prichard, der Vorsitzende der Agatha Christie Gesellschaft, war von der großartigen Ausstattung mehr als beeindruckt: „Die Größenordnung dieser ganzen Produktion war aufregend. Jedes einzelne Detail in den Wagons und die Tatsache, dass vier Wagons und eine Lokomotive praktisch aus dem Nichts entstanden, das halte ich wirklich für außergewöhnlich.“ In Bezug auf die Genauigkeit des Zugmodells erklärt Clay: „Es war so, dass der Orient Express durch Osteuropa fuhr und die Lokomotive an den Grenzen der einzelnen Länder immer ausgetauscht wurde. Das wäre aber für den Film nicht praktikabel gewesen und so wählten wir ein Lokomotiven-Modell basierend auf einer französischen Dampflokomotive.“

Kameramann Haris Zambarloukos und sein Team reisten im Vorfeld der Dreharbeiten nach Neuseeland und drehten dort viele Stunden Filmmaterial, auf dem ein Zug durch neuseeländische Berglandschaften fährt. Der Visual Effects Supervisor George Murphy digitalisierte dieses Material und fügte alles zusammen. Am Set wurden 400 LED-Türme und Leinwände auf beiden Seiten der Wagons aufgestellt und dann wurden diese Bilder projiziert. Weitere Gebirgsaufnahmen für „Mord im Orient-Express“ entstanden in der Schweiz.

© 2017 Twentieth Century Fox

Schauspieler Josh Gad sagt über das aufwändige Studioset: „Sogar wenn der Zug stand, fühlte es sich irgendwie an, als ob wir in Bewegung wären und das ist für uns Schauspieler großartig, denn man muss nicht so viel Vorstellungskraft entwickeln.“

 

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