Hollywood kann einstecken… Atlanta entwickelte sich in den vergangenen zehn Jahren zur Top-Location für Filmemacher und freut sich mittlerweile sogar über einen neuen Außenposten der legendären Pinewood Studios. Die Stadt und auch das Umland sind als Drehort beliebt wie nie zuvor. Und so gesellen sich zu früheren Produktionen jedes Jahr zahlreiche neue Kinofilme und Serienhits. Kein Wunder, dass hier Filmtouristen jeder Couleur eine Fülle an Sehenswürdigkeiten und Ausflugszielen vorfinden, die sie augenblicklich zurück an ihre Lieblingsschauplätze versetzt. Von meinem letzten Besuch in Atlanta habe ich einige Tipps und Highlights mitgebracht:

 

Zu Gast bei Präsident Snow

Na, wer erinnert sich noch an die rauschende Siegesfeier, die Präsident Snow, dargestellt vom großartigen Donald Sutherland, in „Die Tribute von Panem“ schmeißt? Das Anwesen ist in Wahrheit das prächtige Swan House im Norden Atlantas (130 West Paces Ferry Rd NW), das 1928 für Edward und Emily Inman erbaut wurde.

„Tribute von Panem” Drehort Swan House, Atlanta, Georgia © Andrea David / Studiocanal

Swan House, Atlanta, Georgia © Andrea David

Sogar einige Innenaufnahmen mit Philip Seymore Hoffman entstanden hier in den Räumen des Erdgeschosses. Mehr Infos über den Dreh, die aufwändigen Kulissenbauten und die Veränderungen am Set, habe ich in einer kleinen Ausstellung in der oberen Etage des Gebäudes gefunden. Das Swan House ist nachmittags für Besucher geöffnet. Übrigens: Im Reboot der Serie „MacGyver“ wurde das Anwesen in Italien verortet, als Villa am Comer See!

„Tribute von Panem” Ausstellung, Swan House, Atlanta, Georgia © Andrea David

 

Ein filmreifes Hotel

Wirklich selten stehe ich mit offenem Mund im Atrium eines Hotels. Und genauso selten fällt es mir schwer, solch einen Ort wieder zu verlassen. Doch so erging es mir bei meinem Besuch im Marriott Marquis Hotel (265 Peachtree Center Avenue NE), wo ich mit Blick auf die Fassade des fast 150 Metern hohen Atriums, das höchste der USA, aus dem Staunen nicht mehr herauskam. Ein Must-See, nicht nur für Filmtouristen.

Hotel Marriott Marquis, Atlanta, Georgia © Andrea David

Diese futuristische Kulisse mit den gläsernen Aufzügen hatte natürlich auch schon einen filmischen Auftritt, und zwar in „Die Tribute von Panem“ als Luxusquartier der Tribute, die für die jeweiligen Distrikte ins Rennen gehen müssen. Wer sich nicht erinnern kann, hier entstand beispielsweise die Fahrstuhlszene, in der Katniss (Jennifer Lawrence), Peeta (Josh Hutcherson) und Haymitch (Woody Harrelson) die Bekanntschaft mit der splitternackten Johanna Mason (Jena Malone) aus Distrikt 7 machen. Das spektakuläre Atrium war außerdem im Trailer von „Spider-Man - Homecoming” zu sehen.

 

Wo die Zombies wüten

Keine Frage, eine der berühmtesten Geschichten, die in letzter Zeit in Atlanta erzählt wurden, sind die Anfänge der erfolgreichen Serie „The Walking Dead“, in der Hilfssheriff Rick Grimes (Andrew Lincoln) aus dem Koma erwacht und sich inmitten einer Zombie-Apokalypse sowie einem unablässigen Überlebenskampf wiederfindet. Ikonisch sind die Szenen, in den er durch Atlantas Straßen reitet, jedoch auch einzelne Schauplätze wie das unheilvolle Terminus, in Wahrheit ein verlassenes Fabrikgebäude an der Bahnlinie, oder das Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention, in dessen Rolle das Cobb Energy Performing Arts Centre (2800 Cobb Galleria Pkwy) geschlüpft ist, findet man hier.

Auf den Spuren von „The Walking Dead“ in Atlanta & Senoia

Freedom Parkway, Atlanta, Georgia © Andrea David / AMC

„Terminus”, Atlanta, Georgia © Andrea David

In Downtown Atlanta waren jedoch nicht nur in “The Walking Dead” die Untoten unterwegs, sondern auch in der Komödie „Zombieland“ mit Jesse Eisenberg und Woody Harrelson. Das Hollywood-Quartier von Bill Murray, der sich im Film selbst spielt, befindet sich im recht vornehmen Stadtteil Buckhead (490 West Paces Ferry Road Northwest), nicht weit vom oben genannten Swan House. Leider befindet es sich im Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden.

„Zombieland” Villa, Buckhead, Atlanta, Georgia © Andrea David

 

Lunch für Filmfans

„The secret’s in the sauce!“ Wer dieses Filmzitat sofort erkennt, sollte auf jeden Fall einen Ausflug ins etwa eine Stunde von Atlanta entfernte Örtchen Juliette einplanen und im bis heute konservierten Whistle Stop Café essen gehen. Fans des Kultklassikers „Grüne Tomaten“ wird dort jedenfalls alles sehr vertraut vorkommen. Und obwohl man locker doppelt so viele Plätze im Restaurant füllen könnte, möchten die Besitzer die Einrichtung lieber so belassen, wie man sie aus dem Film kennt. Dazu gibt es unglaublich leckere Südstaatenküche!

Hier geht’s zum Reisebericht über meinen Besuch in Juliette & dem Whistle Stop Café

„Grüne Tomaten”, Juliette, Georgia © Andrea David

McCracken Street mit Whistle Stop Cafe, Juliette, Georgia © Andrea David

 

Ausflüge für Serienjunkies

Im nahen Umland von Atlanta befinden sich neben Senoia („The Walking Dead“) und Juliette („Grüne Tomaten“) noch viele weitere spannende Drehorte, die vor allem das Herz der Serienfans höherschlagen lassen dürften. Darunter etwa die Orte Stockbridge, Palmetto und Jackson, die sich in der Netflix-Serie „Stranger Things“ in die fiktive Kleinstadt Hawkins im Bundesstaat Indiana verwandeln, wo die junge Elf (Millie Bobby Brown) gegen unheimliche Schattenmonster kämpft.

Walking Tour mit „Rick”, Senoia, Georgia © Andrea David

Szene aus „Stranger Things” in Stockbridge, Georgia © Netflix

In Covington, ebenfalls etwa eine Stunde von Atlanta entfernt, entstand in den 80ern die Serie „Ein Duke kommt selten allein“. Etwas jüngere Filmtouristen werden die Stadt als Drehort für Mystic Falls in „Vampire Diaries“ erkennen. Fans können dort mittlerweile im Mystic Grill Restaurant einkehren, das dem Restaurant aus der Serie nachempfunden wurde. Wo früher noch eine Anwaltskanzlei war, kann man sich also heute z.B. einen Mystic Salad bestellen.

 

Weitere Drehorte in Atlanta

Das Morehouse College (830 Westview Dr SW), ein privates Männer-College, das zur Zeit der Rassentrennung nur von Afroamerikanern besucht werden durfte, diente in der Filmbiografie “Hidden Figures” als Gebäude der NASA. Weitere Auftritte hatte Atlanta unter anderem in „The Blind Side“, „The First Avenger: Civil War“,“Baby Driver”, “Fast & Furious 8”, „Triple 9“ sowie “Jumanji“.

Filmszene aus „Baby Driver” in der Peachtree Street, Atlanta © 2017 Sony Pictures Releasing GmbH

Und bei meinem letzten Besuch in Atlanta 2017 wurde in der Walton Street mit riesigen Kulissenbauten gerade für „The Avengers: Infinity War“ gedreht.

Beinahe unmöglich in dieser Stadt nicht über ein Set zu stolpern!

 

Hoteltipp:
Marriott Marquis Atlanta

Tourtipps:
Filmlocation-Touren Atlanta
Tour zu historischen Wohnhäusern
World of Coca Cola und CNN Center
Mystic Falls Tour Covington

Linktipps:
In Atlanta gedrehte Filme
Swan House Atlanta

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Offenlegung: Meine Recherchereise nach Atlanta wurde teilweise von Explore Georgia unterstützt.

Über den Autor

Andrea David

Ich liebe Filme und Reisen und leidenschaftlich gerne verbinde ich das eine mit dem anderen. Seit über 12 Jahren reise ich auf den Spuren sehenswerter Filmschauplätze auf der ganzen Welt und teile hier Infos über die Drehorte alter und neuer Streifen. Mehr

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