Wer regelmäßig Serien schaut, schafft es auf dem Sofa locker um die Welt. Denn so unterschiedlich wie die Geschichten, die sie erzählen, sind auch ihre Schauplätze und Drehorte. Wem es jedoch schwerfällt bis zur nächsten Staffel seiner Lieblingsserie auszuharren oder nach Serienschluss erst mal in ein tiefes Loch fällt, kann selbst losziehen und sich auf die Spuren der Serienhelden begeben. Auf die ein oder andere Überraschung darf man sich dabei gefasst machen:

 

Sherlock Holmes

Wie jeder weiß, lebt Sherlock Holmes in der Baker Street 221b in London. Für die gleichnamige BBC-Serie mit Benedict Cumberbatch schlüpfte allerdings ein bis dato wenig bekanntes Gebäude in der North Gower Street in die Rolle der berühmten Adresse der Sherlock-Watson-Wohngemeinschaft. Gleich nebenan befindet sich das Speedy’s Cafe, in dem für die Folge „Ein Skandal in Belgravia” gedreht wurde und man ein üppiges Sherlock Holmes Frühstück mit Rührei und Lachs bekommt.

„Sherlock Holmes” Drehort, North Gower Street, London © Andrea David

Ein Besuch in der Baker Street 221b lohnt ebenfalls, da sich dort das sehenswerte Sherlock Holmes Museum befindet. Das St Bartholomew’s Hospital, von dem sich Sherlock vor den Augen von Dr. Watson hinunterstürzt, befindet sich gleich um die Ecke der St. Paul’s Cathedral. Schauplatz der Folge „Der Hund von Baskerville” ist der Dartmoor Nationalpark in Devon. Typisch für die Landschaft hier sind die gewaltigen Granitfelsen auf den Bergen, die Tors genannt werden. Sherlock hält hier am Hound Tor Ausschau nach dem fiktiven Baskerville Testgelände.

Weitere Drehorte aus „Sherlock Holmes”
 

Game of Thrones

Die überdimensionierten Bauten wie die Septe von Baelor, Drachenstein oder Burg Winterfell sind leider rein der Fantasie der Filmemacher entsprungen. Doch in der epischen Story rund um den Kampf um den Eisernen Thron fanden auch etliche reale Orte den Weg auf den Bildschirm. Darunter zum Beispiel der Tollymore Forest in Nordirland, in dem die Starks schon in der allerersten Folge die kleinen Schattenwölfe entdecken, Dubrovnik in Kroatien, das meist als Königsmund in Erscheinung tritt, Girona in Spanien, dessen Gassen für die Serie nach Braavos verortet wurden, die Reales Alcázares in Sevilla als Wassergärten von Dorne oder die Gletscherseen und Lavafelsen in Island, die in die Rolle des eisigen Nordens von Westeros und damit die Heimat der Weißen Wanderer schlüpften.

Die Starks auf der Parnell Bridge, Tollymore Forest, Nordirland © Andrea David

Wer einmal selbst mit schwerem Umhang seine Bogenschieß-Künste unter Beweis stellen möchte, kann dies im nordirischen Castle Ward tun. Das Burginnere war ebenfalls Schauplatz für Winterfell, weitere Drehorte können von dort leicht mit dem Fahrrad erkundet werden.

Weitere Drehorte aus „Game of Thrones”
 

The Walking Dead

Zu Beginn der Serie erwacht Hilfssheriff Rick Grimes im zombiegeplagten Atlanta, wo die ersten Folgen tatsächlich entstanden. Vor Ort gibt es eine Big Zombie Tour, bei der man unter anderem das Krankenhaus und auch den Güterbahnhof, der als Kulisse für Terminus diente, besucht. Auf den Bildschirmen im Bus werden die passenden Szenen je Ort gezeigt. Nur eine Autostunde von Atlanta entfernt, liegt das Städtchen Senoia, das zuerst in die Rolle von Woodbury schlüpfte und später auch Alexandria verkörperte.

Freedom Parkway, Atlanta, Georgia © Andrea David

Während das mit Wellblech umringte Alexandria-Filmset leider nicht betreten werden darf, sind die meisten anderen Drehorte öffentlich zugänglich. Im Woodbury Shoppe in der Main Street können sich Fans mit Souvenirs eindecken und im Keller ein paar Requisiten aus der Serie sehen. Morgans Apartment und die aus Serie und Vorspann bekannte „Away with you“-Mauer befinden sich in Grantville. Alle Schauplätze liegen innerhalb eines 50-Meilen-Radius um die Raleigh Studios in Senoia, die man im Rahmen einer Tour besuchen kann. Mit einer Ausnahme: Für Oceanside muss man weiter an die Küste von Georgia reisen, genauer an den Driftwood Beach auf Jekyll Island.

Weitere Drehorte aus „The Walking Dead”
 

The 100

Die Science-Fiction-Serie handelt von einer Gruppe Menschen, die 97 Jahre nach einer nuklearen Katastrophe auf die Erde zurückkehren müssen. Allerdings steht noch nicht fest, ob ihr Heimatplanet wieder bewohnbar ist. Gedreht wurde „The 100“ in den Wäldern von British Columbia sowie in und um die Filmmetropole Vancouver. Viele Plätze der Stadt, wie der Oceanic Plaza, der Guiness Tower, die Seawall Stairs und der Canada Place wurden für Aufnahmen genutzt, welche in der dritten Staffel als Stadt des Lichts auf dem Bildschirm zu sehen ist. In einer der Szenen sieht man Jasper mit einem großen Eis auf einer Bank sitzen. Und auch in Realität befindet sich hier ein Eiscafé: die preisgekrönte Bella Gelateria in der West Cordova Street.

„The 100” Drehort bei Bella Gelateria, Vancouver © Andrea David

Ein beeindruckender, mystischer Drehort ist das über 100 Jahre alte Riverview Hospital östlich von Vancouver. Das verlassene Krankenhausgelände ist sogar die meistgenutzte Filmlocation Kanadas und dürfte auch den Anhängern von „Supernatural“, „X-Files“ oder „Riverdale“ bekannt vorkommen.

Vancouver für Filmfans
 

House of Cards

Zentraler Schauplatz des Politthrillers um den skrupellosen Abgeordneten Francis Underwood und seiner ihm in nichts nachstehenden Frau Claire ist natürlich Washington D.C. mit dem Kapitol. Weitere Drehorte liegen im knapp eine Stunde entfernten Baltimore sowie weiteren Städten in Maryland. Als Zuhause der Underwoods, bevor diese schließlich ins Weiße Haus einziehen, diente die Fassade eines Stadthauses in Bolton Hill, Baltimore.

„House of Cards” Drehort, Bolton Hill, Baltimore © Andrea David

Zoe Barnes‘ Apartment sowie die Pizzeria, in der der Chefredakteur des Washington Heralds seine Recherchen aufnimmt, befinden sich in der East Preston Street. Die U-Bahn-Haltestelle, an der es zum folgenschweren Treffen von Barnes und Underwood kommt, ist in Wahrheit die Charles Center Metro Station, ebenfalls in Baltimore. In die Rolle der Heimatstadt von Francis Underwood schlüpfte der Ort Gaffney in South Carolina. Ja, den skurrilen Pfirsich-Wasserturm gibt es wirklich!

Weitere Drehorte aus „House of Cards”
 

Downton Abbey

Die Geschichte der Adelsfamilie Crawley und ihren Bediensteten bekommt bald eine Fortsetzung im Kino und ihre Schauplätze sind jedoch nach wie vor beliebte Reiseziele der Serienfans. An erster Stelle steht natürlich das Anwesen, das die Rolle für das fiktive Downton Abbey übernahm. Es ist das Highclere Castle in Hampshire, etwa eine Stunde von London entfernt. In den Zwanzigern herrschte die schöne Lady Catherine, eine Erbin aus Amerika, über das Schloss und die riesige Parklandschaft und dürfte damit einen bedeutenden Einfluss auf das Drehbuch der Serie gehabt haben. Übrigens war das Herrenhaus auch schon in Stanley Kubricks „Eyes Wide Shut” zu sehen.

„Downton Abbey” Drehort, Alnwick Castle, Northumberland © Andrea David

Das Alnwick Castle im Norden Englands, welches auch schon als Hogwarts in „Harry Potter” zu sehen war, diente in zwei Weihnachtsepisoden als Brancaster Castle. Die Außenszenen von Downton entstanden im Städtchen Bampton in den Cotswolds in Oxfordshire. Im dortigen Bampton Community Archive, das selbst als Downton Cottage Hospital zu sehen war, erhält man eine praktische Downton Abbey Movie Map.

Weitere Drehorte aus „Downton Abbey”
 

Homeland

Über vier verschiedene Kontinente verteilt, dürften die Drehorte von „Homeland“ so weit auseinanderliegen, wie bei keiner anderen Serie. Während die ersten Staffeln um CIA-Analystin Carrie Mathison und Kriegsheimkehrer Nicholas Brody vor allem an der US-Ostküste in North Carolina gedreht wurden, zog man für die vierte Staffel weiter nach Kapstadt, Südafrika. Dort entstanden sämtliche Szenen, die in der Türkei, Afghanistan und Pakistan spielen. Die Dreharbeiten für die fünfte Staffel fanden im Studio Babelsberg und in Berlin statt. So stand beispielsweise die Mauerstraße in Mitte als „Bagdad Green Zone” Kulisse.

„Homeland”-Drehort Holländisches Viertel, Potsdam © Andrea David

Doch auch bekannte Touristenziele wie der Potsdamer Platz, der Gendarmenmarkt, der Zionskirchplatz und der Hauptbahnhof hielten als Schauplätze für die Dramaserie her. Potsdam schlüpfte dagegen in eine fremde Rolle: Das holländische Viertel ist in „Homeland” glaubhaft als Amsterdam zu sehen. Die sechste Staffel von „Homeland“ spielt wiederum in den USA, vor den Kulissen New Yorks, die letzten beiden Staffeln entstanden vor allem in Virginia und Marokko.

Weitere Drehorte aus „Homeland”
 

Outlander

Die Highland-Saga „Outlander” basiert auf der erfolgreichen Buchreihe von Diana Gabaldon und handelt von der taffen Militärkrankenschwester Claire Randall, die unter mysteriösen Umständen aus dem Jahr 1945 ins 18. Jahrhundert der schottischen Highlands versetzt wird. Dort trifft sie auf den Highlander Jamie Fraser und muss sich mit anderen Sitten und Gebräuchen dieser Zeit zurechtfinden. Die erdachte Welt von Claire und Jamie setzt sich aus vielen realen schottischen Sehenswürdigkeiten zusammen. Die ersten Folgen der Serie spielen im Inverness der 40er Jahre, dargestellt vom Städtchen Falkland in der Grafschaft Fife.

„Outlander”-Drehort Doune Castle, Schottland © Andrea David

Die fiktive Burg Leoch ist in Wahrheit Doune Castle in der Nähe von Stirling. Hier sind Colum MacKenzie und sein Clan im 18. Jahrhundert beheimatet. „Outlander”-Fans können sich im dortigen Burg-Shop übrigens Kostüme für eigene Fotos ausleihen. Die einstige königliche Residenz war auch schon Drehort für den Monty-Python-Film „Ritter der Kokosnuss”. Ach ja, Kokosnüsse und den heiligen Gral gibt es im Shop natürlich auch…

Weitere Drehorte aus „Outlander”

 

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