Die Star-Wars-Saga um die Hauptfiguren Anakin und Luke Skywalker ist eine der weltweit erfolgreichsten und bekanntesten Filmreihen. Die Prequel-Trilogie der Episoden I bis III (1999–2005) zeigt den allmählichen Untergang der alten Republik und den Aufstieg des ersten Galaktischen Imperiums. In der originalen Trilogie der Episoden IV bis VI (1977–1983) dominiert das Imperium, wird jedoch von der Allianz der Rebellen herausgefordert. Die siebte Episode „Star Wars: Das Erwachen der Macht” ist der Startschuss einer neuen Trilogie. Mit dem Spin-Off „Rogue One: A Star Wars Story” startet 2016 auch eine Reihe eigenständiger Filme.

Tatooine © Fremdenverkehrsamt Tunesien

Tatooine © Fremdenverkehrsamt Tunesien

Obgleich große Teile im Studio und am Computer produziert wurden, sind auch reale Schauplätze in den Science-Fiction-Filmen zu sehen. Der namensgebende Ort des Wüstenplaneten Tatooine, Heimat von Anakin und später auch Luke Skywalker, ist die Ortschaft Tataouine südöstlich von Tozeur in Tunesien. Im Süden Tunesiens wurden auch etliche Szenen der Saga gedreht. Weitere Drehorte befinden sich unter anderem in Italien, Spanien, England, Norwegen, Guatemala, Irland und den USA.

 

Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung

Trotz harter klimatischer Bedingungen, wie Sandstürme und große Hitze, wurde Episode I, wie auch die Filme der originalen Trilogie, wieder in Tunesien gedreht. Nahe dem Ort Tataouine befinden sich die beiden Getreidespeicher, Ksar Hadada und Ksar Ouled Soltane, die im Film als Sklavenquartier dienten. Heute ist ein Teil des Ksar Hadada in ein kleines Hotel umgebaut worden. Ein weiterer Speicher in Médénine, diente als Zuhause des jungen Anakin Skywalker. Dort befindet sich auch die enge Straße, in der sich Anakin von seiner Mutter verabschiedet.

Landschaftlicher Hintergrund für das Podrennen mit den bis zu 900km/h schnellen Kapseln ist die Sidi-Bouhlel-Schlucht im Westen des Landes, mittlerweile auch Star Wars Canyon genannt. Dort wurde übrigens auch „Der englische Patient“ gedreht: die Szene, in der Almásy die schwer verletzte Katharine zu einer Höhle trägt. Der Salzsee in Schott El Gharsa diente als Kulisse für den Unfall im Podrennen. Das Set von Mos Espa befindet sich unweit davon bei Nefta, nahe der algerischen Grenze.

"Star Wars Canyon", Sidi-Bouhlel-Schlucht, Tunesien © Star Wars Fans Nürnberg e.V.

„Star Wars Canyon”, Sidi-Bouhlel-Schlucht, Tunesien © Star Wars Fans Nürnberg e.V.

Die Innenaufnahmen des Palasts von Königin Amidala auf dem Planeten Naboo entstanden im barocken Palazzo Reale in Caserta, nördlich von Neapel. Der Königspalast ist für Besucher geöffnet. Hier wurden auch Vatikan-Szenen für „Illuminati“ und „Mission Impossible III“ gedreht. Als Kulisse für die Wälder von Naboo dienten die Whippendell Woods, Watford, England, unweit der Leavesden Studios.

Palazzo Reale, Caserta, Italien

Palazzo Reale, Caserta, Italien

 

Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger

Die Außenaufnahmen von Varykino, dem Landsitz der Familie Naberrie auf dem Planeten Naboo, wurden vor dem Hintergrund der Villa del Balbaniello am Comer See in Norditalien gedreht. Hier kommen sich der mittlerweile erwachsene Anakin (Hayden Christensen) und Padmé (Natalie Portman) näher und küssen sich auf einer Terrasse mit Blick auf den See. Später dient der Ort als Schauplatz der geheimen Hochzeit der beiden, die sie unter den Decknamen Set und Veré durchführen.

Villa del Balbianello, Lago di Como, Italien © Andrea David

Villa del Balbianello, Lago di Como, Italien © Andrea David

Die Villa befindet sich auf der Spitze der Halbinsel Lavedo in Lenno und stellte auch schon das Sanatorium dar, in der sich James Bond (Daniel Craig) in „Casino Royale“ von seiner Folter erholt. Ab Lenno gibt es einen privaten Bootservice zu der Villa, ansonsten ist sie dienstags und am Wochenende auch zu Fuß zu erreichen, ca. 800m ab der Bootsanlegestelle. Der Garten kann im Sommerhalbjahr außer montags und mittwochs gegen Eintritt besichtigt werden. Am westlichen Ufer des Comer Sees, auf einer Wiese zwischen Tremezzo und Griante, fand Anakins und Padmés Picknick statt.

Villa del Balbianello, Lago di Como, Italien © Andrea David

Villa del Balbianello, Lago di Como, Italien © Andrea David

Der Kuppelbau auf dem Wüstenplaneten Tatooine, in dem Cliegg Lars, der Ehemann von Anakins Mutter lebt, befindet sich in der Salzebene Schott el-Djerid, nahe Nefta in Tunesien. Das kleine Gebäude, das auch Lars Homestead genannt wird, drohte komplett zu verfallen und wurde 2012 von Star-Wars-Fans in Eigenarbeit saniert. Für die Rettungsaktion wurden 12.000 US-Dollar im Internet unter dem Motto „Save the Lars Homestead” gesammelt. Die Innenaufnahmen entstanden im Höhlenhotel Sidi Driss in Matmata, das später auch als Luke Skywalkers Zuhause zu sehen sein wird.

Aktion "Save the Lars Homestead" © Star Wars Fans Nürnberg e.V.

Aktion „Save the Lars Homestead” © Star Wars Fans Nürnberg e.V.

Nur kurz dauerte die Szene, die George Lucas in Sevilla drehte, jedoch machte sie den Plaza de España weltweit bekannt. Im Film schreiten Padmé und Anakin über eine Fußgängerbrücke und durch einen lichtdurchfluteten Säulengang, der in Wahrheit mitten in Sevilla steht. Genaugenommen am Rande des Parque de María Luisa. Im Film wurde der Platz per CGI zu einem ganzen Kreis erweitert.

Plaza de España, Sevilla

Plaza de España, Sevilla

 

Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith

Der fast vollständig mit Wald bedeckte Planet der Wookies ist Kashyyyk. Als Drehorte für den Heimatplaneten von Chewbacca dienten Phuket in Thailand und Guilin in Guangxi, China. Der wunderschöne Schauplatz am Li River ist auch in „Der bunte Schleier” mit Naomi Watts und Edward Norton zu sehen.

Einige Aufnahmen des lebensfeindlichen Planeten Mustafar entstanden auf dem Ätna auf Sizilien. Als Produzent Rick McCallum und das Drehteam vor Ort waren, brach dieser gerade aus und so entstanden sehr reale Aufnahmen für den vulkanischen Planeten, auf dem Obi-Wan Kenobi und Anakin bzw. Darth Vader gegeneinander kämpfen.

"Planet Mustafar", Ätna, Sizilien

„Planet Mustafar”, Ätna, Sizilien

Da Padmé bei der Geburt der Zwillinge stirbt, kommt der kleine Luke nach Tatooine, in die Obhut von Owen und Beru Lars: Drehort ist wieder Lars Homestead aus Episode II in Tunesien. Schwesterchen Leia wird Senator Bail Organa anvertraut, die Szenerie des Planeten Alderaan wurde nahe Grindelwald in der Schweiz gefilmt.

 

Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung

Bereits in der originalen Trilogie war Tunesien Drehort für die Wüstenwelt Tatooine. Lukes Zuhause bei Onkel Owen und Tante Beru setzt sich wiederum zusammen aus Lars Homestead in Schott el-Djerid (Außenaufnahmen) und dem Höhlenhotel Sidi Driss in Matmata (Innenaufnahmen). Komfort darf der Reisende in dieser tunesischen Unterkunft mit Feldbetten nicht erwarten, jedoch gibt es noch die Frühstücksecke, die für den Film um Wandmalereien und Kacheln ergänzt wurde.

Lars Homestead, Schott el-Djerid, Tunesien © Star Wars Fans Nürnberg e.V.

Lars Homestead, Schott el-Djerid, Tunesien © Star Wars Fans Nürnberg e.V.

Als Kulisse für die Stadt Mos Eisley diente Ajim auf der tunesischen Insel Djerba. Chalmun´s Restaurant, wo Luke Skywalker, die Droiden und Obi-Wan Kenobi das erste Mal auf Chewbacca und Han Solo treffen, ist in Wahrheit ein Beduinen-Backhaus. Eine Moschee außerhalb der Stadt diente als Set für weitere Aufnahmen in Mos Eisley und vom Kraftwerk in Anchorhead. In der Nähe befindet sich auch Ben Kenobi´s Haus, das nicht, wie im Film zu sehen, weit oben im Bergland, sondern direkt am Meer steht.

Weitere Aufnahmen für Tatooine entstanden im Death Valley National Park in Kalifornien. Dies betrifft vor allem die Szenen, in denen die pelzigen Banthas zu sehen sind, denn unter deren Verkleidung verstecken sich Elefanten aus der Marine World.

Der Mond Yavin IV ist übersät von Ruinen antiker Tempel des alten Sith-Imperiums.  Das Filmmotiv für die Rebellenbasis ist der riesige Maya-Tempelkomplex von Tikal im Regenwald des Parque Nacional Tikal im Norden Guatemalas.

„Mond Yavin IV”, Tikal, Guatemala © Valerie Nock

„Mond Yavin IV”, Tikal, Guatemala © Valerie Nock

 

Star Wars: Episode V – Das Imperium schlägt zurück

Drehort für den Eisplaneten Hoth war der Gletscher Hardangerjøkul in Norwegen. Über die nächstgelegene Bahnstation Finse ist er von den beiden größten Städten Norwegens, Oslo und Bergen, recht einfach zu erreichen. Von Finse aus führen sämtliche Wanderwege in und um das Gletschergebiet. Es werden auch geführte Gletscherwanderungen und Eiskletterkurse angeboten.

Hardangerjøkul bei Finse, Norwegen © Hendrik David

Hardangerjøkul bei Finse, Norwegen © Hendrik David

Die Studioaufnahmen entstanden in den Elstree Studios in Borehamwood sowie den Lee International Studios in Wembley, London.

 

Star Wars: Episode VI – Die Rückkehr der Jedi-Ritter

Die Wüstenszenen wurden im südöstlichen Kalifornien, in den endlosen Sanddünen des Buttercup Valley nahe Yuma gedreht. Der Twenty-Mule Team Canyon im Death Valley stellt im Film die Straße zu Jabbas Palast dar. Die Riesenbäume des Mondes Endor stehen in Wahrheit im Jedediah Smith Redwood State Park, ganz im Nordwesten Kaliforniens.

Redwood State Park, Kalifornien, USA

Redwood State Park, Kalifornien, USA

 

Star Wars: Episode VII - Das Erwachen der Macht

Im April 2014 begannen die Dreharbeiten für den siebten Teil der Saga in den Pinewood Studios. „Star Wars: Das Erwachen der Macht” kam als erster Teil einer neuen Trilogie am 17. Dezember 2015 in die Kinos und wurde unter anderem in Irland, Island und Abu Dhabi gedreht. Alle Infos über die Drehorte

Skellig Michael © Tourism Ireland

Skellig Michael © Tourism Ireland

 

Rogue One: A Star Wars Story

Die Dreharbeiten zum Spin-Off „Rogue One: A Star Wars Story” wurden im Februar 2016 abgeschlossen und fanden neben England, Jordanien und Island auch auf den Malediven statt. Der Film, der zwischen den Episoden III und IV angesiedelt ist, kommt am 15. Dezember 2016 auf die Leinwand. Alle Infos über die Drehorte

Wadi Rum, Jordanien © Andrea David

Wadi Rum, Jordanien © Andrea David

 

Star Wars: Episode VIII - The Last Jedi

Zu den Drehorten von „Star Wars 8: The Last Jedi” gehört auf jeden Fall wieder Skellig Michael in Irland sowie neu auch Kroatien. In Dubrovnik, wo bereits viele Szenen für die Serie „Game of Thrones” entstanden, wurde den Gerüchten nach in der Hauptstraße Stradun, am Dominikaner Kloster, am Rektorenpalast und in der Pustijerna Straße gedreht. Weitere Drehorte sind angeblich Mexiko, Florida und Las Vegas. Der Film soll am 14. Dezember 2017 starten.

Dubrovnik war Drehort für "Star Wars 8" © Andrea David

Dubrovnik war Drehort für „Star Wars 8” © Andrea David

 

Tourtipp: Südtunesien-Tour mit Star Wars Kulisse ab Hammamet 

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Über den Autor

Ich liebe Filme und Reisen und leidenschaftlich gerne verbinde ich das eine mit dem anderen. Seit über 10 Jahren reise ich auf den Spuren sehenswerter Filmschauplätze auf der ganzen Welt und teile hier Infos über die Drehorte alter und neuer Streifen. Mehr

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4 Responses

  1. Bibo & Tanja

    In Tatooine waren wir schon!
    Ist zwar schon ein paar Jahre her, aber es war ein tolles Erlebnis mitten in der Wüste in solch eine Filmkulisse zu stehen.
    Leider ist ja die Genehmigung nicht so leicht zu bekommen, um dort noch einmal hin zu kommen.

    Liebe Grüße
    Bibo & Tanja

    Antworten
    • Andrea David

      Da beneide ich Euch sehr darum! Ich hoffe, bei mir klappt es die nächsten Monate. :-)

      Liebe Grüße aus Hamburg,
      Andrea

      Antworten
    • Andrea David

      In Tunesien war ich leider auch noch nicht, aber ich hoffe sehr, ich schaffe es mal hin. :-)

      Gruß, Andrea

      Antworten

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